Pfarrsprengel Gartz/Oder

Zur vereinigten Kirchengemeinde Gartz/0der gehören die Orte Gartz, Rosow, Radekow, Geesow, Mescherin mit Staffelde und Neurochlitz sowie Friedrichsthal.
Landkarte
 
Nach umfangreichen Sanierungs-und Aufbauarbeiten an der 1945 schwer kriegszerstörten Gartzer Stephanskirche gibt es in der Kleinstadt Gartz bereits seit 1987 ein großzügiges Gemeindezentrum, in dem auch überregionale Veranstaltungen stattfinden können.
In der Chorkirche sowie in der Winterkirche im 1. Stock des Gemeindezentrums werden in der Regel um 10 Uhr an allen Sonn- und Feiertagen Gottesdienste gefeiert.
In St. Stephan werden über unsere Kantorei (Gartzer Sing-und Bläserkreis) Konzerte angeboten; im Sommerhalbjahr z.T. auch im Innenhof der Stephanskirche (ehemaliges Hauptschiff).
Weitere schöne Räume stehen für Begegnungen und Veranstaltungen zur Verfügung.
Von dem begehbaren Turm aus hat man eine schöne Aussicht auf die Kernzone des Nationalparks "Unteres Odertal".
 
 
Evangelisches Pfarramt Gartz/Oder
Pfr. Hilmar Warnkross
Zingelstr. 49
16307 Gartz/Oder
Tel. 033332-256
Fax 033332-87689
eMail: gartz-oder(at)kirchenkreis-pasewalk.de
 
 
 

Gartz_Gemeindebrief_Dez.11-Febr.12.pdf

0.9 M


St. Stephanskirche zu Gartz/Oder

Gartz
Gartz
Innenhof Osten
Innenhof Westen
Altes Portal, neue Tür
Altarraum
Sterngewölbe
Orgelempore
Winterkirche
Gemeinderaum
Gemeinderaum
1259 wird St. Stephan erstmals in einer Urkunde erwähnt - ein schlichter romanischer Vorgängerbau ist zu vermuten -1249 nennt die Gründungsurkunde der Stadt bereits einen Pfarrer Conrad von Gartz. In der 2. Hälfte des 14. Jh. entstand die stattliche Langhaushalle (Backstein - seit 1945 Ruine) dreischiffig, mit vier Jochen auf Feldsteinsockel mit Westturm. Von 1400 bis 1425 wurde der Chor neu konstruiert - einschiffig, einjochig, polygonal geschlossen; sehr wahrscheinlich von der Bauhütte Hinrich Brunsberg aus Stettin. Besondere Merkmale: Reich gegliederter Chorschluss, achtstrahliges Sterngewölbe, außen sehr flache dreigeschossige Strebepfeiler, innen weit vorgezogene, kapellenartige kreuzgewölbte Wandnischen.
Mehrmals ist die Kirche im 16. -17. Jh. ausgebrannt (30jähriger Krieg). Somit ist von der alten Ausstattung bis auf ein Leuchterpaar (1656 Bronze) und eine Grabplatte (2.H.- 17.Jh.) nichts mehr erhalten. 1772 bekam der Turm eine spitze barocke Haube, dadurch war der Turm vor der Zerstörung von 1945 um 15 m höher. Aus den Jahren 1823 bis 1863 sind mehrere Abendmahls - und Taufgeräte erhalten sowie ein Taufstein aus der Schinkelzeit (19.Jh.- Sakristei).
Im April 1945 brannten beim Beschuss der Stadt durch die russische Front Turm und Hauptschiff vollständig aus, jugendliche Fanatiker hatten die weiße Fahne vom Turm der Kirche entfernt und das Hakenkreuz gehisst! Dank einer alten Brandmauer überstand der Chorbereich den Brand. Der Chor konnte bis 1953 vorläufig gesichert und als Kirchenraum bis 1960 genutzt werden. Danach setzte ein starker Verfall ein.
 
1982 begann dann der Teilwiederaufbau mit Hilfe der Landeskirche und mit großen Eigenleistungen aus der eigenen Gemeinde. Das 1. Joch des ehemaligen Langhauses wurde zu einem Gemeindezentrum in zwei Etagen ausgebaut (Einweihung 1987). Der sanierte Turm erhielt ein Zeltdach mit neuer Bekrönung und 1986 ein neues, völlig schmuckloses (ohne jegliche Inschrift und Symbol) Geläut mit 4 Glocken (Gießer: Schilling, Apolda).
Glockenstuhl
Glockenstuhl
Glockenstuhl
Die neu gestaltete Chorkirche hat seit 1991 eine Orgel mit 16 Registern, gebaut von Ulrich Fahlberg aus Eberswalde. Das zweite Manual ist ebenfalls spielbar für die Winterkirche im ersten Stockwerk des Gemeindezentrums.
Orgel, Chorkirche
Orgel, Winterkirche
                                  Disposition:
I.                           II.                              Pedal
Prinzipal 8'            Gedackt 8'                Fagott 16'
Rohrflöte 8'           Holzflöte 4'               Subbass 16'
Oktave 4'              Prinzipal 2'                Bassflöte 8'
Nasard 2 2/3         Quinte 1 1/3             Pommer 4'
Gemshorn 2'         Zimbel 3fach
Terz 1 3/5                                             Manualkoppel
Mixtur 4fach                                          Pedalkoppel I. und II.
                                                             Schweller
 
 
1992 bis 1997 erfolgten weitere größere Sanie¬rungsschritte, die vom Land Bran¬denburg und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wurden. Der Turm wurde begehbar gemacht, das historische Chordachtragwerk (von 1658) und die Stre¬bepfeiler außen am Chor (Anfang 15. Jh.) wurden saniert. Zum 750. Ju¬biläum der Stadtgründung 1999 wurde das Westportal (Turm) in der Originalfassung (19. Jh.) erneuert.
 
 
 

Kirche zu Friedrichsthal

Friedrichsthal
Kanzel
Empore
Orgel
Die Kirche Friedrichsthal, die 1765 erbaut wurde, ist ein rechteckiger Putzbau mit Walmdach und ohne Turm. Im Frühjahr 1945 wurde sie zerstört und in den Jahren 1947 bis 1951 wieder hergestellt. Die reich geschnitzte Kanzel aus dem Jahre 1700 stammt aus der Marienkirche Stettin. Sie wurde durch den Bildhauer Uecker restauriert. Die Ausmalung der Kirche erfolgte durch Kirchenmaler Hoffmann aus Finkenwalde. Am 08.07.1951 konnte die Kirche wieder eingeweiht werden. Die im Westgiebel hängende Glocke stammt aus dem Jahre 1882, gegossen von Ernst Voss, Stettin.
 
 
 
Katechetin
Katleen Stolzenburg
16307 Gartz/Oder
Heinrichshofer Str. 15
Tel.: 033332-87893
 
Regionalkantor
Daniel Debrow
Grünzer Straße 22
17328 Sommersdorf
039751-69742
eMail: kreiskantor(at)kirchenkreis-pasewalk.de
 
 
 
 

Gedächtniskirche zu Rosow

Rosow, alter Zustand
Rosow, vor Sanierung
Turm, neu
Kirche, saniert
Glockenstuhl
Glocke 1952
In Rosow ist die Ausstattung durch Kriegseinwirkung 1945 verbrannt.
Heute bemüht sich ein Verein um die Neunutzung der Kirche als Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang in den Jahren zum und nach Ende des 2. Weltkrieges.
Über die Aktivitäten des "Fördervereins Gedächtniskirche Rosow Deutsch - Polnische Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang e. V." können Sie sich unter www.rosow.de/Gedachtniskirche/gedachtniskirche.html informieren.[Neue Fotos: Verein]
 
 

Kirche zu Radekow

Radekow
Die Kirche Radekow ist ein frühgotischer Feldsteinbau aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts mit eingezogenem Rechteckchor. In den Jahren 1857/58 wurde die Kirche neogotisch umgestaltet und mit Apsis und Turm versehen. Die von Carl Voss (Stettin) gegossene Glocke mit einem Gewicht von 151 kg stammt aus dem Jahre 1861. Bekannt ist eine Vorgängerglocke von 1719 (Gießer: Johann Heinrich Schmidt), die 1917 zerstört wurde. Der Raum wurde 1964 am Triumphbogen durch eine Mauer getrennt, sodass im Chorbereich ein Gemeinderaum entstanden ist.
Den Kirchhof umgibt eine Feldsteinmauer mit einem spitzbogigen, denkmalgeschützten Eingangsportal auf der Südseite.
 
 

Kirche zu Geesow

Geesow
Orgelaltar
Orgel
Empore
Vermutlich erfolgte mit der Entstehung des Ortes Geesow (erstmals 1269 erwähnt) auch der Bau einer Feldsteinkirche. Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde der Ort total zerstört; eine Wiederbesiedlung erfolgte erst 1723. 1749 erfolgte der Bau einer neuen Fachwerkkirche, die später vor einem Neubau wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.
Bei der heutigen Kirche, die 1911 eingeweiht wurde, handelt es sich um einen rechteckiger Putzbau mit dreiseitigem Ostabschluss und einem Turm auf der Westseite mit barockem Turmaufsatz. Die Wetterfahne und wohl auch der schiefergedeckte Turmaufsatz stammen noch vom Kirchenbau des Jahres 1749.
Die einfache Innenausstattung in der Kirche ist von 1911, die Orgel hinter dem Altar entstand um 1960. Die Glocke im Turm von 1911 wurde von der Glockengießerei Ernst Voss, Stettin hergestellt. Die Vorgängerglocke des Vorgängerbaus aus dem Jahre 1769 (Gießer: Johann Heinrich Scheel) musste 1911 für die Rüstungsproduktion abgeliefert werden.
 
 
 

Kirche zu Mescherin

Mescherin
Altarraum
Empore
Die Kirche Mescherin ist im Kern ein rechteckiger Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde um 1500 als überputzter Feldsteinbau mit einem Westturm in der Breite des Schiffes ausgebaut. Der quadratische verbretterte Turmaufbau von 1734 ist mit einem Barockhelm und einer offenen durchbrochenen Laterne versehen.
Glocke 1692
Im Turm befindet sich eine alte Bronzeglocke, die 1692 von Johann Jakob Mangold (Stettin) gegossen wurde. Eine weitere Glocke aus dem Jahre 1752 (Gießer: Johann Heinrich Scheel) wurde 1917 zerstört.
 
Zwischen 1888 und 1892 wurde das Schiff nach Osten hin erweitert, der Turm mit dem Barockhelm renoviert.
Im Frühjahr 1945 wurde die Ostwand total zerstört, das Dach abgedeckt und der Turm stark zerschossen. Die Kirche wurde in den Jahren 1946/1947 bereits weitgehend wieder instandgesetzt. Mangelnde Bauunterhaltung führte 1991 zu einer bauaufsichtlichen Sperrung der Kirche. Mit Hilfe des Dorfkirchensanierungsprogrammes der Nordelbischen Kirche wurde das Gotteshaus von 1992-1994 komplett saniert und rekonstruiert.
Ab 1995 wurde auf der ehemaligen Orgelempore eine Winterkirche eingerichtet. 1997, zur 700-Jahrfeier Mescherins, wurde in einem Festgottesdienst die Kirche wieder eingeweiht.