Kirchengemeinde Pasewalk mit Dargitz und Stolzenburg

Die Geschichte der Kirchengemeinde Pasewalk begann vermutlich schon um 1177, als in einer Schenkungsurkunde des Pommernherzogs Bogislav I. erstmals eine „Marktkirche“ der Burg Pozdewolk erwähnt wurde.
Nach 1200 erfolgte eine verstärkte Einwanderung deutscher Siedler aus dem Gebiet um Magdeburg, der Altmark sowie Brandenburg.
Die reformatorische Bewegung begann 1532 und 1535 wurde offiziell die Reformation (1517-1555) in Pasewalk eingeführt.
Am Ende des 30-jährigen Krieges (1618-1648) kam die Stadt unter schwedische Herrschaft, 1720 (am Ende des 2. Nordischen Krieges von 1700-1721) wurde die Stadt preußisch. Es folgten Jahre des Wiederaufbaus und des Aufschwungs. Auf Ersuchen des Preußischen Königs zogen, aus der Uckermark kommend, zwölf Hugenottenfamilien zu.
1730 wurde der französisch-reformierten Gemeinde durch Erlass des Königs die St. Nikolaikirche zugewiesen, damit sie dort ihre Gottesdienste in französischer Sprache und nach reformiertem Bekenntnis feiern konnten. Bis 1945 hat es hier eine solche Gemeinde mit eigenem Pfarramt gegeben.
Bis zum 30-jährigen Krieg waren die St. Marien- und St. Nikolai-Gemeinden selbständig und hatten je ihren eigenen Pfarrer, wobei der Pfarrer der St. Nikolaikirche auch in der Heilig-Geist-Kirche (Hospitalkirche St. Spiritus) zu predigen hatte.
Heute ist die "Geistliche Stiftung St. Georg und St. Spiritus" ein Alten- und Pflegeheim: www.sanktspiritus.de.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der St. Marien / St. Nikolai-Gemeinde eine dritte Pfarrstelle errichtet. Außerdem wurde der Rektor der Stadtschule zugleich zum Hilfsprediger berufen.
Heute hat die Gemeinde noch ca. 1800 Gemeindeglieder mit einer Pfarrstelle.
Zentrum der Gemeinde ist die wiederhergestellte St. Marienkirche mit ihrem am 8. Oktober 2000 eingeweihten Gemeindezentrum. Dieses bietet mit ihren Räumlichkeiten im Bereich der beiden westlichen Joche des Langhauses und in den Turmetagen optimale Möglichkeiten.
 
Eine weitere Kirche, die Friedenskirche, die in den 50iger Jahren erbaut wurde, befindet sich in der sog. Oststadt.
Die St. Nikolaikirche wird seit der Fertigstellung von St. Marien nicht mehr genutzt.
 
Angegliedert sind die beiden, wenige Kilometer von Pasewalk entfernt liegenden Orte Stolzenburg und Dargitz.
Landkarte
 
Neben dem hauptamtlichen Pfarrer gibt es eine A-Kirchenmusiker-Stelle (Kantor), so dass weite Bereiche kirchenmusikalischer Arbeit abgedeckt werden können. Insbesondere ist die Kantorei hervorzuheben. Unterstützt wird die Kirchenmusik durch einen Förderverein.
Ferner gibt es in Teilzeitanstellung eine Katechetin für die Kinderarbeit.
Als Alternative zur klassischen Kirchenmusik hat sich 2005 die Kirchenband Stop & Go gegründet.
In der Verantwortung der Kirchengemeinde liegt die Evangelische Grundschule in Pasewalk sowie die Evangelische Kindertagesstätte.
Pasewalk ist gleichzeitig Sitz des Superintendenten und der Superintendentur des Kirchenkreises Pasewalk.
 
Ev. Pfarramt Pasewalk I
Superintendent Andreas Haerter
Baustr. 5
17309 Pasewalk
Tel. 03973-210283
Fax 03973-225991
eMail: sup(at)kirchenkreis-pasewalk.de
 
Ev. Pfarramt Pasewalk III /II
Pfr. Jens Warnke
Pfrn. Helga Warnke
Baustraße 36
17309 Pasewalk
Tel. 03973-441159
Fax 03973-441158
eMail: pasewalk.3(at)kirchenkreis-pasewalk.de
 
 

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Pasewalk_Gemeindebrief_Juli-Sept..pdf

1.4 M



St. Marienkirche zu Pasewalk

St. Marienkirche
St. Marienkirche, Langhaus Ost
Die Pasewalker St. Marienkirche ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Backsteinkirchen des norddeutschen Binnenlandes. Sie ist eine gotische, dreischiffige Hallenkirche mit rechteckigem Turm, deren erste Gründungen auf einen frühgotischen Feldsteinbau um 1250 zurückgehen. 1325/50 erfolgte der Bau des Langhauses als ein einheitlicher Backsteinbau sowie die Aufstockung des Turmes in Backstein mit reicher Blendengliederung. Zum Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte der oktogonale Anbau der Nordkapelle mit Sternengewölbe im spätgotischen Stil.
Im 30jährigen Krieg, am 07.09.1630, brannte St. Marien vollkommen aus. Erst nach über einhundert Jahren wurde ab 1734 die Ruine wieder aufgebaut.
Eine umfassende und komplette Innenrestaurierung des Langhauses erfolgte 1860/63 nach den Entwürfen von Friedrich August Stüler. Die Kirche erhielt u.a. einen neugotischen Altar und Kanzel in Kunststeinarchitektur.
Das Altargemälde ist eine gute Kopie der „Kreuztragung“ von Raffael durch den Berliner Historienmaler Georg Friedrich Bolte. In annähernd lebensgroßen, plastischen Figuren sind in den Spitzbogennischen jeweils Paulus und Petrus und im Kanzelkorb Bischof Otto von Bamberg sowie die Reformatoren Philipp Melanchthon, Martin Luther und Johannes Bugenhagen dargestellt.
In den letzten Kriegstagen des 2.Weltkrieges 1945 wurde das Dach der Kirche teilweise abgedeckt, und viele Fenster im Langhaus waren zerstört. Die Glasmalereien des mittleren Chorfensters stammen aus dem Jahre 1948 und sind von der Quedlinburger Glasmalereiwerkstatt Ferdinand Müller hergestellt worden. In acht Bildern wird das Leben Jesu dargestellt. Pfingsten 1948 fand der erste Gottesdienst nach dem Krieg statt.
Am 3./4. Dezember 1984 stürzte der Turm teilweise ein. Die daraufhin erfolgte Sprengung am 08. Dezember zerstörte auch die gesamte Westwand und die 1863 von Friedrich Wilhelm Kaltschmidt (Stettin) erbaute Orgel mit ihren (zuletzt) 44 Registern. 1988 erfolgten erste Aufbauarbeiten und im Jahre 2000 die Einweihung des mittlerweile eingebauten Gemeindezentrums in die beiden westlichen Joche. Der jetzige Turm ist in seinem äußeren Erscheinungsbild fast identisch mit seinem Vorgängerbau, allerdings mit einer der Architektur des 14./15. Jh. entsprechenden Spitze.
Die neue von der Firma W. Sauer Orgelbau GmbH (Frankfurt/Oder) 1992 erbaute 19-registrige Orgel wurde zunächst in die St. Nikolaikirche eingebaut und im Sommer 2003 in die St. Marienkirche umgesetzt.
Unter Einbeziehung der „Abendmahlsglocke“ von 1814 (hergestellt von den Gebrüdern Schwenn, Stettin) wurde 1993 ein mit einem Gesamtgewicht von ca. 8,6 Tonnen schweres, sechsstimmiges Geläut feierlich geweiht. Die fünf neuen Glocken wurden von der Glockengießerei Rincker (Sinn/ Hessen) 1992 gegossen.
Auf dem 2001 neu gestalteten Kirchplatz ist eine so genannte Mordwange aus dem 14. Jahrhundert zu sehen.
 
Eine umfassende Beschreibung der St. Marienkirche mit zahlreichen Fotos siehe hier.
 
Der "Förderverein zum Wiederaufbau der St. Marienkirche e.V." hat kürzlich eine Broschüre (36 Seiten, 44 Abbildungen) herausgegeben. Diese kann über den Vorsitzenden, Herrn Jürgen Zur, für 3,50 € erworben werden: E-Mail: juergen.zur(at)t-online.de
 
[Fotos St. Marienkirche: Winfried Gentz, Pasewalk]
Pfarrbüro Pasewalk III/II
B. Rakow
Große Kirchenstr. 8; 17309 Pasewalk
Tel. 03973-213602
Fax 03973-204095
eMail: pasewalk.buero(at)kirchenkreis-pasewalk.de oder
eMail: ev.pasewalk(at)arcor.de
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Stellenausschreibung A-KIRCHENMUSIKER/IN

Die Kirchengemeinde Pasewalk sucht für ihre freie Kirchenmusikerstelle (100%) eine/n neue/n A-Kirchen-musiker/in. Näheres finden Sie im Ausschreibungstext.
 
 
 
 

St. Nikolaikirche zu Pasewalk

St. Nikolaikirche
Altar
Kanzel
St. Nikolai ist ein kreuzförmiger Granitquaderbau vom Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts. Das Querhaus wurde nachträglich errichtet, gehört aber auch ins 13. Jahrhundert.
1615 brannte die Kirche aus, wurde aber im gleichen Jahrhundert wieder hergestellt. Der Turmhelm (Oktogon) wurde 1945 ein Opfer des Krieges. Gegenwärtig wird der Turm durch ein Ziegel-Zeltdach abgeschlossen.
Um 1500 entstanden die Gewölbe mit Rundrippen. Bei der durchgreifenden Erneuerung 1824/26 wurden die Rundrippen grob überputzt. Die Fenster wurden auf die heutigen Ausmaße vergrößert.
Auch die Innenausstattung stammt aus dieser Zeit. Altarbild von A. Remy "Auferstehung Christi". - Bis 1945 wurde St. Nikolai von der französisch-reformierten Gemeinde genutzt.
 
 

Friedenskirche zu Pasewalk

Friedenskirche
Die Friedenskirche wurde 1954 eingeweiht. Schlichter verputzter Ziegelbau mit je drei Fenstern im Norden und Süden. Der Turm trägt eine Stahlglocke.
 
 

Kirche zu Stolzenburg

Stolzenburg
Die Kirche ist ein rechteckiger Granitquaderbau aus dem 13. Jahrhundert, Turmaufbau aus den 50iger Jahren. Auf dem Satteldach befindet sich ein Storchennest.
 

Kirche zu Dargitz

Dargitz
Dargitz, Nordseite
Altar
Kanzel
Die Kirche ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Dachreiter aus den 70iger Jahren. Inventar aus dem 17./18. Jahrhundert. Mittelalterliche Fresken: Apostel Andreas, Petrus, Paulus, Johannes. Weiter: Katharina von Alexandria, Barbara, Margareta und Gertrud von Nivelles. Außerdem, finden sich noch die Geburt in Bethlehem, Weltgericht, Christhophorus und eine Kreuzigung.