Baugeschichte der St. Marienkirche

- St. Marienkirche zu Pasewalk
Die Pasewalker Marienkirche ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Backsteinkirchen des norddeutschen Binnenlandes und das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt Pasewalk.
1177 wurde in einer Schenkungsurkunde des Pommernherzogs Bogislav I. an die 1168 in Grobe auf Usedom angesiedelten Prämonstratensermönche, die auch das Patronatsrecht erhielten, erstmals eine „Marktkirche“ der Burg Pozdewolk erwähnt. Es könnte sich dabei um einen Vorgängerbau handeln, auf dessen Fundamente man beim Einbau des jetzigen Gemeindezentrums (s. u.) stieß.
Auf einen frühgotischen Feldsteinbau um 1250 gingen bis zur Sprengung 1984 (s. u.) nur das unterste querrechteckige Turmgeschoss sowie Teile der Westwand des Kirchenschiffes zurück, die heute in ihrer Ansicht nachempfunden sind. 1325/50 erfolgte der Bau des Langhauses als ein einheitlicher Backsteinbau sowie die Aufstockung des Turmes um ein weiteres drittes Geschoss in Backstein mit reicher Blendengliederung.
Die Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche von acht Joch Länge mit Kreuzrippengewölbe. Eine Besonderheit ist im Mittelschiff der ⅝ Chorschluss, während die Seitenschiffe mit aus der Flucht springenden polygonal geschlossenen Jochen abschließen. Das Gewölbe wird getragen von Achteckpfeilern mit vorgelegten Runddiensten und Laubwerkkapitellen. Strebepfeiler als Widerlager gegen den Seitenschub der Gewölbe verstärken außen die Mauern. Das Äußere des Kirchenschiffes wird durch die hohen Fenster, die Strebepfeiler und durch je einen auf der Nord- und Südseite am Beginn des Chorschlusses aufgeführten achteckigen Treppenturm bestimmt.
Zum Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte der oktogonale Anbau der Nordkapelle im spätgotischen Stil. Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde der Turm am 7. September 1630 durch kaiserliche Truppen (Oberst Hans von Goetze) niedergebrannt. Die Glocken wurden ein Opfer der Flammen, das Dach und das Gewölbe des Langhauses sowie die gesamte Inneneinrichtung wurden komplett zerstört. Nach den Zerstörungen von 1711 (2. Nordischer Krieg 1700-1721) waren Kirche und Turm nur noch Ruine. Nachdem Pasewalk 1720 preußisch geworden war, begann ab 1734 mit Mitteln des Preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. mit dem Einbau der jetzigen Gewölbe der Wiederaufbau. Für die Wiederherstellung des Turmes fehlten die Mittel. Erst nach über einhundert Jahren war 1736 in St. Marien die Feier des ersten Gottesdienstes wieder möglich. 1795 wurden Altar, Orgel und Beichtstühle aus der Marienkirche in Stettin erworben. 1839-41 wurde nach den Entwürfen des Landbaumeisters Brockmann der zerstörte Bereich des dritten Turmgeschosses erneuert und ein viertes Geschoss mit Galerie und ein oktogonaler, neugotischer Aufsatz mit Turmhelm errichtet. 1845 wurde die äußere Sanierung der Kirche vorgenommen. 1850 erfolgte der Umbau der Kapelle sowie der Einbau einer acht-registrigen Orgel. Eine umfassende und komplette Innenrestaurierung des Langhauses erfolgte 1860-63 nach den Entwürfen von Friedrich August Stüler. Die Kirche erhielt u. a. einen neugotischen Altar und Kanzel in Kunststeinarchitektur, das Altargemälde ist eine gute Kopie der „Kreuztragung“ von Raffael durch den Berliner Historienmaler Georg Friedrich Bolte. In diese Zeit fiel auch der Einbau der großen 64-registrigen Orgel (1863) im Langhaus durch den Orgelbauer Friedrich Wilhelm Kaltschmidt (Stettin). Die um 1860 hergestellten und nach Entwürfen von Stüler gestalteten Glasmalereien des mittleren Chorfensters, die 1945 zerstört wurden, waren bildliche Darstellungen durch die renommierte, noch heute bestehende Werkstatt Heinrich Oidtmann (Linnich, Rheinland, gegr. 1857). Das jetzige mittlere Fenster des Chorraumes wurde 1948 von der Quedlinburger Glasmalerei Ferdinand Müller (gegr. 1876) hergestellt. Die beiden seitlichen, blauen Fenster stammen aus dem Jahre 1960/61. Das dem Kircheninneren angepasste Eichengestühl wurde 1860/63 von den Pasewalker Kunsttischlern Ferdinand Kerner, Mohnke, Bevier, Schwede und Beck angefertigt und im Zuge des Wiederaufbaus (s. u.) aufgearbeitet.
In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges 1945 wurde das Dach der Kirche teilweise abgedeckt, und viele Fenster im Langhaus waren zerstört. Pfingsten 1948 fand der erste Gottesdienst nach dem Krieg statt. In den Nachkriegsjahren wurden unterschiedliche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt: 1947 provisorische Dacheindeckung, 1958 Sicherungsarbeiten an der Turmspitze, 1962 umfassende Erneuerung des Daches (Langhaus), 1983 Instandsetzungsarbeiten an der Uhr (Zifferblätter) und der Turmhelmspitze (Bekupferung, Neuvergoldung von Kugel und Kreuz). Nach Ausbauchungen im Feldsteinbereich des Turmes 1983 kam es am 03. und 04.12.1984 jeweils zu einem Teileinsturz der Nordwest-Ecke des Turmes; am 08.12.1984 wurde daraufhin der Turm gesprengt. Dabei kam es unkontrolliert zum Einsturz der Westwand des Langhauses sowie der Zerstörung der Orgel und des Einknickens des ersten Pfeilerpaares. 1986 deckte ein Orkan das Dach des noch ungesicherten Langhauses ab. Mit der Sicherung der Ruine und dem Wiederaufbau wurde der VEB Denkmalpflege der DDR (Abteilung Projektierung) in Berlin 1985 beauftragt. Den maßgeblichsten Anteil an der Rettung der Kirche hatte dabei der Statiker Manfred Hügelland aus Berlin, der, entgegen vieler anderer Expertenmeinungen, den Wiederaufbau für möglich hielt. 1987/88 begannen dann erste Arbeiten: Sicherung der geknickten Pfeiler mittels Epoxydharzinjektion, Grundsteinlegung für Turm und Westwand, Errichtung des Gleitkerns aus Stahlbeton. Danach staatlich bedingte Unterbrechung der Arbeiten. Erst nach der Wiedervereinigung 1989 setzte sich der Wiederaufbau unter der Leitung des Architekten Hans-Axel Pietsch (Strausberg bei Berlin) 1991 fort: Ummantelung des Gleitkerns mit Feldsteinen und Ziegelmauerwerk, Westwand, Gewölbe, Fenster, Dacheindeckung, 1992 Einbau des Hauptwerkes der neuen Sauer-Orgel (19 Register) in die St. Nikolaikirche, 1993 fand die feierliche Glockenweihe statt. Nachdem die Maurerarbeiten fertig gestellt wurden, erfolgte 1994 die Aufsetzung des Turmhelmes. Damit war die Kirche äußerlich wieder hergestellt. Der jetzige Turm ist in seinem äußeren Erscheinungsbild fast identisch mit seinem Vorgängerbau, allerdings mit einer der Architektur des 14./15. Jahrhunderts entsprechenden Spitze. Im Jahre 2000 erfolgte die Einweihung des mittlerweile eingebauten Gemeindezentrums in die beiden westlichen Joche. Bis Ende 2003 erfolgten weitere Innenausbauten: Aufarbeitung der Bänke und der Seitenschiffe, Renovierung der Sakristeien, Beleuchtung im Langhaus, etc. 2003 wurde die Sauer-Orgel von St. Nikolai nach St. Marien umgesetzt. 2005 konnte dann schließlich die sanierte Nordkapelle ihrer Bestimmung übergeben werden.
1177 wurde in einer Schenkungsurkunde des Pommernherzogs Bogislav I. an die 1168 in Grobe auf Usedom angesiedelten Prämonstratensermönche, die auch das Patronatsrecht erhielten, erstmals eine „Marktkirche“ der Burg Pozdewolk erwähnt. Es könnte sich dabei um einen Vorgängerbau handeln, auf dessen Fundamente man beim Einbau des jetzigen Gemeindezentrums (s. u.) stieß.
Auf einen frühgotischen Feldsteinbau um 1250 gingen bis zur Sprengung 1984 (s. u.) nur das unterste querrechteckige Turmgeschoss sowie Teile der Westwand des Kirchenschiffes zurück, die heute in ihrer Ansicht nachempfunden sind. 1325/50 erfolgte der Bau des Langhauses als ein einheitlicher Backsteinbau sowie die Aufstockung des Turmes um ein weiteres drittes Geschoss in Backstein mit reicher Blendengliederung.
Die Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche von acht Joch Länge mit Kreuzrippengewölbe. Eine Besonderheit ist im Mittelschiff der ⅝ Chorschluss, während die Seitenschiffe mit aus der Flucht springenden polygonal geschlossenen Jochen abschließen. Das Gewölbe wird getragen von Achteckpfeilern mit vorgelegten Runddiensten und Laubwerkkapitellen. Strebepfeiler als Widerlager gegen den Seitenschub der Gewölbe verstärken außen die Mauern. Das Äußere des Kirchenschiffes wird durch die hohen Fenster, die Strebepfeiler und durch je einen auf der Nord- und Südseite am Beginn des Chorschlusses aufgeführten achteckigen Treppenturm bestimmt.
Zum Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte der oktogonale Anbau der Nordkapelle im spätgotischen Stil. Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde der Turm am 7. September 1630 durch kaiserliche Truppen (Oberst Hans von Goetze) niedergebrannt. Die Glocken wurden ein Opfer der Flammen, das Dach und das Gewölbe des Langhauses sowie die gesamte Inneneinrichtung wurden komplett zerstört. Nach den Zerstörungen von 1711 (2. Nordischer Krieg 1700-1721) waren Kirche und Turm nur noch Ruine. Nachdem Pasewalk 1720 preußisch geworden war, begann ab 1734 mit Mitteln des Preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. mit dem Einbau der jetzigen Gewölbe der Wiederaufbau. Für die Wiederherstellung des Turmes fehlten die Mittel. Erst nach über einhundert Jahren war 1736 in St. Marien die Feier des ersten Gottesdienstes wieder möglich. 1795 wurden Altar, Orgel und Beichtstühle aus der Marienkirche in Stettin erworben. 1839-41 wurde nach den Entwürfen des Landbaumeisters Brockmann der zerstörte Bereich des dritten Turmgeschosses erneuert und ein viertes Geschoss mit Galerie und ein oktogonaler, neugotischer Aufsatz mit Turmhelm errichtet. 1845 wurde die äußere Sanierung der Kirche vorgenommen. 1850 erfolgte der Umbau der Kapelle sowie der Einbau einer acht-registrigen Orgel. Eine umfassende und komplette Innenrestaurierung des Langhauses erfolgte 1860-63 nach den Entwürfen von Friedrich August Stüler. Die Kirche erhielt u. a. einen neugotischen Altar und Kanzel in Kunststeinarchitektur, das Altargemälde ist eine gute Kopie der „Kreuztragung“ von Raffael durch den Berliner Historienmaler Georg Friedrich Bolte. In diese Zeit fiel auch der Einbau der großen 64-registrigen Orgel (1863) im Langhaus durch den Orgelbauer Friedrich Wilhelm Kaltschmidt (Stettin). Die um 1860 hergestellten und nach Entwürfen von Stüler gestalteten Glasmalereien des mittleren Chorfensters, die 1945 zerstört wurden, waren bildliche Darstellungen durch die renommierte, noch heute bestehende Werkstatt Heinrich Oidtmann (Linnich, Rheinland, gegr. 1857). Das jetzige mittlere Fenster des Chorraumes wurde 1948 von der Quedlinburger Glasmalerei Ferdinand Müller (gegr. 1876) hergestellt. Die beiden seitlichen, blauen Fenster stammen aus dem Jahre 1960/61. Das dem Kircheninneren angepasste Eichengestühl wurde 1860/63 von den Pasewalker Kunsttischlern Ferdinand Kerner, Mohnke, Bevier, Schwede und Beck angefertigt und im Zuge des Wiederaufbaus (s. u.) aufgearbeitet.
In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges 1945 wurde das Dach der Kirche teilweise abgedeckt, und viele Fenster im Langhaus waren zerstört. Pfingsten 1948 fand der erste Gottesdienst nach dem Krieg statt. In den Nachkriegsjahren wurden unterschiedliche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt: 1947 provisorische Dacheindeckung, 1958 Sicherungsarbeiten an der Turmspitze, 1962 umfassende Erneuerung des Daches (Langhaus), 1983 Instandsetzungsarbeiten an der Uhr (Zifferblätter) und der Turmhelmspitze (Bekupferung, Neuvergoldung von Kugel und Kreuz). Nach Ausbauchungen im Feldsteinbereich des Turmes 1983 kam es am 03. und 04.12.1984 jeweils zu einem Teileinsturz der Nordwest-Ecke des Turmes; am 08.12.1984 wurde daraufhin der Turm gesprengt. Dabei kam es unkontrolliert zum Einsturz der Westwand des Langhauses sowie der Zerstörung der Orgel und des Einknickens des ersten Pfeilerpaares. 1986 deckte ein Orkan das Dach des noch ungesicherten Langhauses ab. Mit der Sicherung der Ruine und dem Wiederaufbau wurde der VEB Denkmalpflege der DDR (Abteilung Projektierung) in Berlin 1985 beauftragt. Den maßgeblichsten Anteil an der Rettung der Kirche hatte dabei der Statiker Manfred Hügelland aus Berlin, der, entgegen vieler anderer Expertenmeinungen, den Wiederaufbau für möglich hielt. 1987/88 begannen dann erste Arbeiten: Sicherung der geknickten Pfeiler mittels Epoxydharzinjektion, Grundsteinlegung für Turm und Westwand, Errichtung des Gleitkerns aus Stahlbeton. Danach staatlich bedingte Unterbrechung der Arbeiten. Erst nach der Wiedervereinigung 1989 setzte sich der Wiederaufbau unter der Leitung des Architekten Hans-Axel Pietsch (Strausberg bei Berlin) 1991 fort: Ummantelung des Gleitkerns mit Feldsteinen und Ziegelmauerwerk, Westwand, Gewölbe, Fenster, Dacheindeckung, 1992 Einbau des Hauptwerkes der neuen Sauer-Orgel (19 Register) in die St. Nikolaikirche, 1993 fand die feierliche Glockenweihe statt. Nachdem die Maurerarbeiten fertig gestellt wurden, erfolgte 1994 die Aufsetzung des Turmhelmes. Damit war die Kirche äußerlich wieder hergestellt. Der jetzige Turm ist in seinem äußeren Erscheinungsbild fast identisch mit seinem Vorgängerbau, allerdings mit einer der Architektur des 14./15. Jahrhunderts entsprechenden Spitze. Im Jahre 2000 erfolgte die Einweihung des mittlerweile eingebauten Gemeindezentrums in die beiden westlichen Joche. Bis Ende 2003 erfolgten weitere Innenausbauten: Aufarbeitung der Bänke und der Seitenschiffe, Renovierung der Sakristeien, Beleuchtung im Langhaus, etc. 2003 wurde die Sauer-Orgel von St. Nikolai nach St. Marien umgesetzt. 2005 konnte dann schließlich die sanierte Nordkapelle ihrer Bestimmung übergeben werden.
Der Altar
Der Altar entstand im Zuge der Umgestaltung durch Friedrich August Stüler 1860-1863. Er ist im neugotischen Stil in Kunststeinguss vom Maurermeister Karge (Königsberg / Neumark) erbaut und mit Krabben- und Kreuzblumen verziert.
Bei dem Altargemälde, dem Hauptstück des Altars, handelt es sich um eine von dem Berliner Historienmaler Georg Friedrich Bolte (*1814, †1877) in Öl auf Leinwand geschaffene Kopie der „Lo Spasimo die Sicilia“ genannten, berühmten „Kreuztragung Christi“ von Raffael (*1483, †1520). Das Original befindet sich im Madrider Prado-Museum und ist vermutlich 1517 unter dem Einfluss von Albrecht Dürer und Martin Schongauer entstanden. Als Vorlage diente Bolte eine damals wie heute im Raffael-Saal des Schlosses Sanssouci hängende genaue, ältere Kopie des Gemäldes.
Raffael stellt Simon von Kyrene, der laut biblischer Aussage der Synoptiker (Mt. 27,32; Mk. 15,21; Lk. 23,26) von den Römern gezwungen wird, das Kreuz Jesu zu tragen, als den eigentlichen Akteur dar, sodass die Römer nur noch scheinbar die Szene beherrschen. Das Besondere dieses Bildes liegt in dem Zusammenwirken von Passion und Triumph und ist das eigentlich Neue in dieser Darstellung. In der Gestalt des Simon verknüpft Raffael in anschaulicher Weise das Leiden Christi mit dem Sieg über den Tod. Das Bild stellt den vorweg genommenen Sieg Christi dar.
Eine ausführliche Beschreibung und Interpretation des Raffael-Gemäldes finden Sie hier.
In annähernd lebensgroßen, plastischen Figuren sind in den Spitzbogennischen des Altars jeweils Paulus (links) und Petrus (rechts) dargestellt.
Der Altarspruch aus Joh. 6,54 lautet: „Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.“
Bei dem Altargemälde, dem Hauptstück des Altars, handelt es sich um eine von dem Berliner Historienmaler Georg Friedrich Bolte (*1814, †1877) in Öl auf Leinwand geschaffene Kopie der „Lo Spasimo die Sicilia“ genannten, berühmten „Kreuztragung Christi“ von Raffael (*1483, †1520). Das Original befindet sich im Madrider Prado-Museum und ist vermutlich 1517 unter dem Einfluss von Albrecht Dürer und Martin Schongauer entstanden. Als Vorlage diente Bolte eine damals wie heute im Raffael-Saal des Schlosses Sanssouci hängende genaue, ältere Kopie des Gemäldes.
Raffael stellt Simon von Kyrene, der laut biblischer Aussage der Synoptiker (Mt. 27,32; Mk. 15,21; Lk. 23,26) von den Römern gezwungen wird, das Kreuz Jesu zu tragen, als den eigentlichen Akteur dar, sodass die Römer nur noch scheinbar die Szene beherrschen. Das Besondere dieses Bildes liegt in dem Zusammenwirken von Passion und Triumph und ist das eigentlich Neue in dieser Darstellung. In der Gestalt des Simon verknüpft Raffael in anschaulicher Weise das Leiden Christi mit dem Sieg über den Tod. Das Bild stellt den vorweg genommenen Sieg Christi dar.
Eine ausführliche Beschreibung und Interpretation des Raffael-Gemäldes finden Sie hier.
In annähernd lebensgroßen, plastischen Figuren sind in den Spitzbogennischen des Altars jeweils Paulus (links) und Petrus (rechts) dargestellt.
Der Altarspruch aus Joh. 6,54 lautet: „Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.“
Die Kanzel
Die Kanzel entstand im Zusammenhang der kompletten Um- und Neugestaltung von 1860-1863 durch den Potsdamer Stuckateur und Fabrikbesitzer Friedrich Wilhelm Koch (*1815, †1889) und Friedrich Wilhelm Gustav Dankberg aus Berlin (*1819, †1866, spezialisiert auf Reliefs und Ornamentik) nach Entwürfen des Schinkelschülers Friedrich August Stüler (Berlin). Der Schalldeckel ist mit Fialen, Krabben- und Kreuzblumen verziert.
In den Spitzbogennischen des auf schlanken Säulen ruhenden Kanzelkorbes werden in plastischen Figuren, von links beginnend, Bischof Otto von Bamberg, die Reformatoren Philipp Melanchthon, Martin Luther sowie Johannes Bugenhagen dargestellt.
Die verkürzte Inschrift auf dem Kanzeldeckel stammt aus Apg. 4,12:
„Es ist in keinem anderen Heil und ist auch kein anderer Name (unter dem Himmel) den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.“
Die Orgeln
Noch bis zum Einsturz des Turmes 1984 existierte teilweise die von Friedrich Wilhelm Kaltschmidt (Stettin) 1863 erbaute Orgel. Erst nach der Sprengung des Turmes und der unkontrollierten Auswirkung auf Westgiebel und Orgelempore, wurde das wertvolle Instrument zerstört.
Es füllte im Mittelschiff, gegen die Westwand stehend, den gesamten Raum der sich damals nur bis zum ersten Pfeilerpaar erstreckenden Empore aus.
Bei ihrem Neubau 1863 verfügte die Orgel über 64 Register auf 3 Manualen und Pedal und eine mechanische Traktur. Eine Erweiterung um 3 Register erfuhr das Werk 1913 durch die Orgelbaufirma Schlag & Söhne (Schweidnitz) auf insgesamt 67 Register.
Nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) konnte ein Sanierungsvorschlag der Firma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) von 1926, der eine Reduzierung auf 35 Register mit 2 Manualen und Pedal vorsah, aus Kostengründen nicht realisiert werden.
Erst 1935 konnte ein vollständiger Umbau der Orgel durch die Firma Felix Grüneberg (gegr. 1782, Stettin-Finkenwalde) vorgenommen werden. Das Werk verfügte nun über 55 Register auf 3 Manualen und Pedal mit elektropneumatischer Spielübertragung und Einrichtung der Laden. Am 10.11.1935 (Luthers Geburtstag) fand die feierliche Orgeleinweihung statt.
Eine gründliche, größere Instandsetzung des im 2. Weltkrieg (1939-1945) stark beschädigten Instrumentes wurde von der Firma Wilhelm Sauer zwischen den Jahren 1965 -1969 durchgeführt. Seitdem, bis zu ihrer Vernichtung 1984, verfügte die Orgel über 44 Register auf 3 Manualen und Pedal.
Disposition seit 1969
Baugeschichte und Dispositionen im Vergleich
Es füllte im Mittelschiff, gegen die Westwand stehend, den gesamten Raum der sich damals nur bis zum ersten Pfeilerpaar erstreckenden Empore aus.
Bei ihrem Neubau 1863 verfügte die Orgel über 64 Register auf 3 Manualen und Pedal und eine mechanische Traktur. Eine Erweiterung um 3 Register erfuhr das Werk 1913 durch die Orgelbaufirma Schlag & Söhne (Schweidnitz) auf insgesamt 67 Register.
Nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) konnte ein Sanierungsvorschlag der Firma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) von 1926, der eine Reduzierung auf 35 Register mit 2 Manualen und Pedal vorsah, aus Kostengründen nicht realisiert werden.
Erst 1935 konnte ein vollständiger Umbau der Orgel durch die Firma Felix Grüneberg (gegr. 1782, Stettin-Finkenwalde) vorgenommen werden. Das Werk verfügte nun über 55 Register auf 3 Manualen und Pedal mit elektropneumatischer Spielübertragung und Einrichtung der Laden. Am 10.11.1935 (Luthers Geburtstag) fand die feierliche Orgeleinweihung statt.
Eine gründliche, größere Instandsetzung des im 2. Weltkrieg (1939-1945) stark beschädigten Instrumentes wurde von der Firma Wilhelm Sauer zwischen den Jahren 1965 -1969 durchgeführt. Seitdem, bis zu ihrer Vernichtung 1984, verfügte die Orgel über 44 Register auf 3 Manualen und Pedal.
Disposition seit 1969
Baugeschichte und Dispositionen im Vergleich
Die neue, jetzt in St. Marien stehende, ursprünglich 19-, jetzt 20-registrige Orgel wurde von der Firma W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH, in der Nachfolge und der Tradition Wilhelm Sauers stehend, 1992 zunächst in der St. Nikolaikirche aufgestellt. Der Grundgedanke damals war, dass nach Fertigstellung von St. Marien sicherlich die finanziellen Mittel für eine Orgel fehlen würden. So wurde bereits das Hauptwerk einer vorab konzipierten großen, dem Raum für St. Marien angemessene Orgel, gebaut.
Die Umsetzung dieses Hauptwerkes von St. Nikolai nach St. Marien erfolgte im Sommer 2003. Aus optischen und akustischen Gründen steht die Orgel auf einem zwei Meter hohen Podest auf der Empore des Mittelschiffes. Dank der ‚halligen’ Akustik der Kirche entfaltet das „Örgelein“ dennoch einen beachtlichen Klang.
Disposition
Die Umsetzung dieses Hauptwerkes von St. Nikolai nach St. Marien erfolgte im Sommer 2003. Aus optischen und akustischen Gründen steht die Orgel auf einem zwei Meter hohen Podest auf der Empore des Mittelschiffes. Dank der ‚halligen’ Akustik der Kirche entfaltet das „Örgelein“ dennoch einen beachtlichen Klang.
Disposition
Die (kleine) Kaltschmidt-Orgel in der Nordkapelle, die 1850 eingebaut wurde, musste 1995 auf Grund von starkem Schwammbefall im Mauerwerk der Kapelle abgebaut und eingelagert werden.
Sie verfügt über 8 Register auf einem Manual und Pedal und ist zum größten Teil noch erhalten.
Sie wurde Ende 1952 von der Firma B. Grüneberg (damals Greifswald) grundlegend überholt und teilweise umdisponiert (Nachthorn 2’ für Aeoline 8’; Nasad 2⅔ statt Flauto traverso).
Heute würde man bei einem Wiederaufbau mit Generalinstandsetzung sicherlich eine Rückführung auf den Originalzustand anstreben.
Disposition
Sie verfügt über 8 Register auf einem Manual und Pedal und ist zum größten Teil noch erhalten.
Sie wurde Ende 1952 von der Firma B. Grüneberg (damals Greifswald) grundlegend überholt und teilweise umdisponiert (Nachthorn 2’ für Aeoline 8’; Nasad 2⅔ statt Flauto traverso).
Heute würde man bei einem Wiederaufbau mit Generalinstandsetzung sicherlich eine Rückführung auf den Originalzustand anstreben.
Disposition
Die Glasmalereien des mittleren Chorfensters
Das mittlere Chorfenster stammt aus dem Jahre 1948 und wurde von der sehr bekannten Glasmalereiwerkstatt Ferdinand Müller aus Quedlinburg hergestellt. Die Firma, die den Zusatz „Hoflieferant“ trug, wurde 1876 gegründet und existiert noch heute als Glaserei, Glasmalerei und hat sich auf Glasschliff spezialisiert. Sie war damals die bekannteste Glasmalerei im gesamten mitteldeutschen Raum. In ganz Deutschland finden sich Fenster von Ferdinand Müller, wie etwa in der Gedächtniskirche zu Speyer, im Gymnasium von Delitzsch oder im Oberlandesgericht Celle. Die Firma hatte Weltruf; so stammen etwa die Kirchenfenster im Dom zu Breslau aus Quedlinburg. Ebenfalls gibt es Kirchenfenster in Jerusalem, Jordanien, Südafrika, Amerika und Indonesien.
In dem Fenster dieser Kirche, das in den Jahren 1978/79 von den Berliner Glaswerkstätten Franz Lehmann vollständig restauriert wurde, werden anhand des Lebens Jesu in acht Bildern die Hauptfeste im Kirchenjahreskreis dargestellt.
In dem Fenster dieser Kirche, das in den Jahren 1978/79 von den Berliner Glaswerkstätten Franz Lehmann vollständig restauriert wurde, werden anhand des Lebens Jesu in acht Bildern die Hauptfeste im Kirchenjahreskreis dargestellt.
Das Chorfenster vor dem 2. Weltkrieg
Das Geläut
Im Bereich des dritten Geschosses des Turmes befindet sich die Glockenstube. Unter Einbeziehung der alten Glocke von 1814 (gegossen von den Gebrüdern Schwenn in Stettin), die den Turmeinsturz 1984 und einen Absturz beim Aufziehen in den Turm 1948, nachdem sie auf dem sog. „Glockenfriedhof“ in Hamburg geborgen wurde, unbeschadet überstanden hatte, wurde ein sechs-stimmiges Geläut eingebaut.
Die fünf neuen Glocken wurden von der Glockengießerei Rincker in Sinn/Hessen am 03.07.1992 gegossen.
Am Himmelfahrtstag, dem 20.05.1993, wurde das mit einem Gesamtgewicht von ca. 8,6 Tonnen zurzeit größte Geläut in der Pommerschen Evangelischen Kirche feierlich geweiht.
Die „Abendmahlsglocke“ von 1814 (145 cm im Durchmesser) ist reichlich verziert mit Fries, Blumengehänge, Münzen, Medaillen, je einem Bildnis Friedrich Wilhelms III. und Alexanders I., dem preußischen und russischen Adler sowie dem preußischen Wappen u. a.
Die Inschrift nimmt unmittelbar Bezug auf das Ende der Befreiungskriege (1813-1815), als Russland unter Alexander I. und Preußen unter Friedrich Wilhelm III. eine Koalition gegen Frankreich unter Napoleon I. im Herbstfeldzug 1813 bildeten und Napoleon vernichtend geschlagen wurde (Völkerschlacht bei Leipzig vom 16.-19.10.1813; Kapitulation von Paris am 30.03.1814). Sie lautet:
"Heil und Frieden und Segen verkünde Pasewalks Bürgern diese Glocke. Sie entstand im denkwürdigen Jahre als Preussens väterlicher König Friedrich Wilhelm III. des Vaterlandes Retter Europens Befreier der Menschheit Tröster ward und mit seinem Heldenheere unsterblichen Ruhmes werth begleitet von seinem edlen Freunde Alexander I. Russlands grossmüthigem Kaiser und vielen treu verbündeten Fürsten nach vielfachen siegreichen Kämpfen in Frankreichs gewonnener Hauptstadt endlich des Krieges Tempel schloss und der trauernden Welt den lang ersehnten Frieden schenkte."
Am Schlagrand steht: "Pax celebranda sonos bene primos elicit aeri. – Gegossen von den Gebrüdern Schwenn in Stettin 1814."
Das jetzige, sechs-stimmige Geläut im Detail.
Informationen zu Vorgängerglocken.
Die fünf neuen Glocken wurden von der Glockengießerei Rincker in Sinn/Hessen am 03.07.1992 gegossen.
Am Himmelfahrtstag, dem 20.05.1993, wurde das mit einem Gesamtgewicht von ca. 8,6 Tonnen zurzeit größte Geläut in der Pommerschen Evangelischen Kirche feierlich geweiht.
Die „Abendmahlsglocke“ von 1814 (145 cm im Durchmesser) ist reichlich verziert mit Fries, Blumengehänge, Münzen, Medaillen, je einem Bildnis Friedrich Wilhelms III. und Alexanders I., dem preußischen und russischen Adler sowie dem preußischen Wappen u. a.
Die Inschrift nimmt unmittelbar Bezug auf das Ende der Befreiungskriege (1813-1815), als Russland unter Alexander I. und Preußen unter Friedrich Wilhelm III. eine Koalition gegen Frankreich unter Napoleon I. im Herbstfeldzug 1813 bildeten und Napoleon vernichtend geschlagen wurde (Völkerschlacht bei Leipzig vom 16.-19.10.1813; Kapitulation von Paris am 30.03.1814). Sie lautet:
"Heil und Frieden und Segen verkünde Pasewalks Bürgern diese Glocke. Sie entstand im denkwürdigen Jahre als Preussens väterlicher König Friedrich Wilhelm III. des Vaterlandes Retter Europens Befreier der Menschheit Tröster ward und mit seinem Heldenheere unsterblichen Ruhmes werth begleitet von seinem edlen Freunde Alexander I. Russlands grossmüthigem Kaiser und vielen treu verbündeten Fürsten nach vielfachen siegreichen Kämpfen in Frankreichs gewonnener Hauptstadt endlich des Krieges Tempel schloss und der trauernden Welt den lang ersehnten Frieden schenkte."
Am Schlagrand steht: "Pax celebranda sonos bene primos elicit aeri. – Gegossen von den Gebrüdern Schwenn in Stettin 1814."
Das jetzige, sechs-stimmige Geläut im Detail.
Informationen zu Vorgängerglocken.
Ansichten
BROSCHÜRE über die Marienkirche erhältlich !
Wenden Sie sich bitte an Herrn Jürgen Zur (Vorsitzender): E-Mail: juergen.zur(at)t-online.de
[Fotos dieser Seiten: Winfried Gentz, Pasewalk]


































