Gedanken zum 6. Sonntag nach Trinitatis (29.06.08)

Es gibt Dinge, die tragen wir unser ganzes Leben mit uns herum. Unseren Namen zum Beispiel. Zu unserer Geburt wurde er von unseren Eltern mehr oder weniger überlegt ausgesucht. Unser Name macht einen großen Teil unserer Persönlichkeit aus. Nicht umsonst wird auch bei einer Heirat genau überlegt, für welchen Namen man sich entscheidet.
Mit meinem Namen ruft man mich, daran bin ich erkennbar, und ich werde mit ihm angesprochen. Meist ist das ein gutes Gefühl: „Jemand kennt mich. Er kennt nicht nur mein Gesicht, sondern hat sich sogar meinen Namen gemerkt.“
Wer mich beim Namen nennt, für den bin ich in besonderer Weise wichtig.
Das gilt auch bei Gott. Von ihm erfahren wir:
„So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1).
Gott ruft mich beim Namen, er merkt sich meinen Namen. Dabei tut er es nicht bloß, weil er sich etwas davon verspricht, mich anreden zu können. Er will nicht zuallererst etwas von mir, sondern für mich.
Um mir zu zeigen, wie gut er es mit mir meint, ruft er mich beim Namen.
So weiß ich: "Ich bin gemeint." Gott denkt an mich. Das merke ich an vielen Stellen im Leben.
„Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen.“ Diese Zusage spüre ich dort, wo ich mutig einen unbekannten Raum betreten kann, oder wo ich trotz Sorgen nicht vor Unbekanntem zurückschrecke. Auch manche schwierige Situation kann ich so leichter überstehen.
Gott kennt mich und meint es gut mit mir. Mit diesem Wissen kann ich voller Zuversicht durch das Leben gehen.
 
Pfarrerin z. A. Susanne Leder, Ueckermünde