Schöne Gärten

Liebe Leserin, lieber Leser,
warum nur gibt es so viele und schöne Gärten? Mit liebevoller Hingabe werden sie gepflegt und gehegt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Kein Garten gleicht dem anderen.
Manche Gärten wecken Kindheitserinnerungen - Spielplätze und Wälder berühren ebenso Erinnerungen von unserem Anfang. Dass diese Orte auch in späterer Zeit schön sein sollen, hat wohl mit unserer Sehnsucht nach Unversehrtheit und Einmaligkeit zu tun - Heimat.
 
Als Gott aus einer unwirklichen Wüste einen reizenden, verlockenden Garten schuf, hatte er wohl schon seine geliebten Menschen vor Augen: 'In meinem Garten Eden soll es meinen Menschen an nichts fehlen.'
Im 1. Buch Mose, im 2. Kapitel, Vers 9 heißt es: „Und Gott, der Herr, ließ alle Arten von Bäumen in dem Garten wachsen - schöne Bäume, die köstliche Früchte trugen. In der Mitte des Gartens wuchsen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.“
Wir, seine Menschen, sollten sehen lernen, das Schöne und auch das zweckfrei Geschaffene wahrzunehmen, zu genießen und essen zu können. Es war sehr gut.
Aber dann lernten wir, wegen unserer ungehorsamen Entscheidungen, das Gute vom Böse zu trennen. Zum Lieblichen kam das Schreckliche. Die Schönheit des Gartens bekam einen Zaun. Grenzen überall fordern ihren Tribut. Uns gehen Tag um Tag die Augen weiter auf. Wir sehen und erkennen: Die Schönheit unseres Lebens hat es jetzt schwer, sich zu behaupten. Der Zweck und die Nützlichkeit sprechen ihre eigene, oft dröhnende Sprache.
 
Ob unsere Gärten den Ausgleich schaffen könnten, dass unsere Eigenmächtigkeiten nicht neue, böse Früchte treiben?
Wussten Sie, dass Gott in einem unserer Gärten ein Grab vorbereitet hatte? In dieses Grab wurde der Leichnam Jesu gelegt. Alle Bosheit und Unansehnlichkeit wurde in diesen Tod hineingeschlagen.
Später, als Jesus die Macht des Todes gebrochen hatte und auferweckt wurde, erkannte Maria Magdalena Jesus nicht und meinte, er sei der Gärtner. Vielleicht hatte sie mit ihren Augen doch mehr gesehen.(?)
 
Ich glaube, dass Jesus der von Gott Gesandte ist, der einen neuen Garten Eden für uns vorbereitet hat. Jesus, der Gärtner, der uns, seine immer noch geliebten Menschen, einlädt, die eigene Schuld beim Namen zu nennen, damit er sie uns vergeben kann.
Vielleicht erinnern uns ja wieder manche Gärten an diesen neuen Anfang mit Gott. Möge uns die Schönheit der Gärten und der Natur ermutigen, uns an den zerbrochenen Anfang zu erinnern und die angebotene Heilung durch Jesus Christus zu ergreifen.
 
Ihr Pastor Udo Wollenberg