Wandmalereien in der Kirche zu Dargitz

Gesamtansicht (NW)
Die Dargitzer Kirche ist mit zahlreichen Wandmalereien (Fresken) aus dem 14./15. Jahrhundert versehen. Sie wurden 1913 und zuletzt 1978/79 von dem Restaurator E. Dräger, Schwennenz restauriert.
 
 

Fresken an der Nordseite

St. Andreas & St. Petrus
Andreas ist einer der zwölf Apostel und einer der ersten in die Nachfolge berufenen Jünger Jesu. Nach den Andreasakten erlitt er den Kreuzestod und trägt deshalb als Attribut das Kreuz (crux decussata, Andreaskreuz). Sein Märtyrertag ist zugleich sein Gedenktag, der 30. November.
 
Simon Petrus (*Galiläa, †um 65 Rom?) war einer der zwölf Apostel Jesu. Er war erster Bekenner, aber auch Verleugner Jesu Christi, Sprecher der Jünger und Leiter der Jerusalemer Urgemeinde. Der Katholizismus führt den Primatanspruch des römischen Bischofs und damit das Papsttum auf Petrus zurück (sog. „Petrinisches Prinzip“). In der Ikonographie wird Petrus mit lockigem Haar und Bart, einer Schrift oder Buch, einem Hahn oder mit umgedrehtem Kreuz dargestellt. Sein Hauptattribut aber ist der Schlüssel.
 
St. Paulus & St. Johannes
Paulus von Tarsus (hebr. Name: Saul, *unbekannt, †nach 60 in Rom?) war der einflussreichste Theologe des Urchristentums und neben Petrus der bedeutendste frühchristliche Missionar. Er, ein griechisch gebildeter Jude und gesetzestreuer Pharisäer, ist Jesus nie begegnet.
Zunächst verfolgte er Jesu Anhänger, verstand sich jedoch nach seinem sog. „Damaskuserlebnis“ (Apg.9,3-9) als ein von Gott berufener „Apostel des Evangeliums der Völker“ (Gal.1,15f).
Er bereiste den östlichen Mittelmeerraum, verkündete dort den auferstandenen Christus, gründete Gemeinden und hielt brieflichen Kontakt mit ihnen.
In der Ikonographie wird Paulus als kahlköpfiger, bärtiger Mann mit Buch, vor allem aber mit dem Schwert dargestellt. Der Gedenktag für Paulus (und Petrus) ist der 29. Juni.
 
Johannes ist einer der zwölf Apostel und wird in den Synoptikern als einer der Erstberufenen in die Nachfolge Jesu genannt. Er gilt als der "Lieblingsjünger" Jesu. Sein Gedenktag ist der 27. Dezember.
 
 
 

Kanzel an der Nordseite

Kanzel
Der Kanzelkorb aus dem Jahre 1698 weist Spätrenaissance-formen auf mit Apostelgemälden (u.a. Jakobus, Johannes, Philippus) zwischen Säulenarkaden.
 
 
 
 
 
 
 

Geburt Jesu (Südseite, ge- genüber Jüngstem Gericht))
Abendmahl (Ost, links vom Altar)

[Fotos: Winfried Gentz, Pasewalk]
Christophorus (Osten)
An der Ostseite (rechts vom Altar), gegenüber dem Haupteingang der Kirche, ist der Hl. Christophorus (griech. christos, pherein „Christusträger”) abgebildet. Schon 452 wurde Christophorus in Chalkedon eine Kirche geweiht.
Er ist einer der Vierzehn Nothelfer und der Anblick seines Bildes sollte vor einem plötzlichen Tod bewahren.
Zudem ist er Schutzpatron der Reisenden. Der evangelische Gedenktag ist der 24. Juli, der katholische am 25. Juli.
Er wird häufig als Hüne mit Stab dargestellt, der das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt.
 
 
 

Fresken an der Südseite

St. Katharina von Alexandria & St. Barbara
Obwohl ihre Existenz historisch nicht belegt ist, war die Heilige Katharina von Alexandrien lange eine der beliebtesten katholischen Heiligen. Sie zählt zu den 14 Nothelfern, als Helferin bei Leiden der Zunge und Sprach- schwierigkeiten und erfreut sich auch heute noch großer Popularität bei Teilen der katho- lischen Bevölkerung. Erstmals wurde sie im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Der Legende nach lebte sie im 3. oder 4. Jahrhun- dert und erlitt unter Kaiser Maximian oder seinem Sohn Maxentius den Märtyrertod.
Ihre Symbole sind das Rad, das Buch, die Krone, der Palmzweig und das Schwert. Der Gedenktag liegt auf dem 25. November.
 
Die Heilige Barbara zählt zu den 14 Nothelfern und ist die Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer sowie die der Artillerie, bei Feuer und Gewitter.
Ihre Kennzeichen sind der Turm, der Palmzwieg, machmal auch die Kanone.
 
 
St. Margareta & St. Gertrud von Nivelles
Um St. Margareta von Antiochia, eine der 14 Nothelfer, ranken sich Legenden. Gemäß einer betete sie auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung für ihre Verfolger, vor allem aber für Frauen mit Problemen rund um Schwangerschaft und Geburt. Deshalb, und auf Grund ihres Gedenktages am 20. Juli (ev.) - dem Tag des Erntebeginns- ist sie Schutzpatronin der Bauern, bei Schwanger schaft und Geburt (der Jungfrauen, Ammen, Mädchen, Gebärenden, unfruchtbaren Ehefrauen, der Fruchtbarkeit und gegen Unfruchtbarkeit, bei schweren Geburten), darüber hinaus bei Wunden und Gesichtskrankheiten.
In der Ikonographie wird sie zusammen mit einem Drachen und auch dem Kreuz dargestellt.
 
Gertrud von Nivelles (* 626, † 17. März 659), war Äbtissin des Klosters Nivelles in Belgien. Sie war die Tochter von Pippin dem Älteren und seiner Frau Ibuberg und damit die Ur-Ur-Großtante von Karl dem Großen. Mit 14 Jahren trat sie in das von ihrer Mutter gegründete Kloster in Nivelles ein. Mitte des 7.Jahrhunderts gründete Gertrud von Nivelles das Kloster in Karlburg, das eines der ersten Klöster im mainfränkischen Raum war. Nach dem Tod Ihrer Mutter leitete sie als Äbtissin von 652 bis zu ihrem Tod das Klosters von Nivelles. Sie setzte sich dafür ein, dass auch Mädchen die Heilige Schrift lesen sollten. Sie erzog im Kloster Nivelles die belgische Nationalheilige, die heilige Gudula von Brüssel. Ebenso war sie engagiert in der Krankenpflege und ließ für irische Wandermönche, die sie in ihr Kloster gerufen hatte, ein Spital bauen.
Sie ist Schutzpatronin gegen Mäuse- und Rattenplagen, der Reisenden und Pilger, der Gärtner und der Armen und Witwen. Dargestellt wird sie meist in Äbtissinnentracht mit Mäusen, manchmal auch mit Buch oder Spinnrad oder mit zwei Ringen am rechten Arm. Ihr Gedenktag ist der 17. März.
 
 
 

Jesu Kreuzi-gung (Südseite, gegenüber Jüngstem Gericht)
Jüngstes Gericht (Nordseite, ge- genüber Geburt und Kreuzigung)