Der rote Faden
Zur Herkunft dieses Begriffes gibt es eine Geschichte aus der griechischen Sagenwelt. Ariadne, die schöne Tochter des Königs von Kreta, gibt ihrem Geliebten Theseus ein dickes Knäuel mit rotem Garn. Theseus begibt sich in das Labyrinth des Minotaurus und besiegt das Ungeheuer. Dank des roten Fadens, den er abgerollt hat, kann er aus dem Labyrinth entkommen. So wird der rote Faden zur Rettung und sprichwörtlich.
Aber was ist nun der rote Faden in unserem Leben? Gibt es überhaupt etwas, das sich verlässlich durch unser Leben zieht? Oder gleicht mein Leben nicht viel öfter der Verlaufskurve des Aktienindex? Da gibt es manche Höhepunkte, tolle Erlebnisse, schöne Stunden, aber in letzter Zeit auch viele Tiefpunkte. Manchmal hält mich auch der Trott des Alltags gefangen.
Ist das alles nur eine Aneinanderreihung von Zufällen oder ein Umherirren im Labyrinth?
Da lese ich einen tollen Satz in der Bibel: „Gott hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.“ (Dtn.2,7b)
Da ist er, der rote Faden für mein Leben. Es ist Gottes unbegreifliche Liebe und Treue zu mir. Mein Leben, das auch manchmal einer Wanderung durch die Wüste gleicht, ist ihm nicht gleichgültig. Er kümmert sich um mich, beschenkt mich mit viel Gutem und bringt mich ans Ziel.
Es gibt ihn: den roten Faden der Liebe Gottes. Haben Sie ihn schon für sich entdeckt? Der ewige und einzigartige Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. Und in seinem Wort, der Bibel, spricht er uns direkt an und zeigt uns sein Gesicht, denn wer Jesus Christus ansieht, sieht in Gottes Angesicht. Er wartet darauf, dass wir unseren Weg durch das Labyrinth des Lebens mit ihm gehen.
Es bleibt manches schwierig und verworren, aber wir haben einen, der uns leitet und hält. Selbst wenn wir fallen, so hängen wir nicht am seidenen Faden, sondern liegen in den Armen unseres liebenden Vaters.
Andreas Eibich, Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft


