1. November: Gedenktag der Heiligen (kath.: Allerheiligen)

ST. HUBERTUS
 
Übermorgen, der 3. November, ist der Tag des Heiligen Hubertus. Und mancherorts wird diesem Heiligen heute wieder nachgedacht; ähnlich vielleicht dem Heiligen Martin am 11. November.
Besonders da, wo Jagd nicht nur praktiziert, sondern auch darüber nachgedacht wird:
Wo kommt es her? Wo geht es hin? Das sanfte Licht der Herbstsonne in den letzten Blättern; ein Reh, ein Hase?
Alles das ist uns geschenkt und in unsere Verantwortung gegeben.
 
Freilich auch überall da, wo Freude herrscht an der Musik der Blechbläser: den Parforce- und Jagdhornbläsern, den Trompeten und Posaunen, denn die gehören zu Hubertus unbedingt dazu.
 
Was aber hat es nun auf sich mit Hubertus? Was erzählt die Legende?
Hubertus, so wird erzählt, hat diese seine Verantwortung vergessen. Er ist ein ausgesprochen wilder Jäger. Hat ihn das Jagdfieber gepackt, so kennt er weder Freund noch Feind. Selbst an einem Karfreitag, dem Kreuzigungstag Christi, will er zur Jagd. Seine Frau warnt ihn davor und bittet ihn, den Karfreitag durch Verzicht auf die Jagd zu achten. Er aber schlägt das in den Wind.
Mit Freunden und Gefährten zieht er in den Wald. Dann geschieht es: Bei dieser Jagd trifft Hubertus auf einen Hirsch, in dessen Geweih ihm der gekreuzigte Christus erscheint.
Hubertus fällt auf die Knie und jagt hinfort nicht mehr. Sein Leben ändert sich.
 
Wir brauchen die Jagd. Sie ist wichtig und notwendig für Landwirtschaft und Industrie.
Was lernen wir?
Wir erfahren, dass unser Leben in Beziehung steht zu Gott, dem Schöpfer allen Lebens. Die Jagd wie alles auf dieser Welt steht vor seinem Willen auf einem Prüfstand – einem heilsamen Prüfstand. Wir sind nicht dazu geschaffen, die Hände in den Schoß zu legen. Wir sind von Gott dazu beauftragt, die Natur in Obhut zu nehmen. Wir dürfen, ja wir sollen sie für uns nutzen. Aber sie dabei schützen und für kommende Generationen bewahren. Auf diese Weise können wir unsere Beziehung zu Gott, dem Schöpfer und Grund allen Seins, pflegen.
Das sanfte Licht, die letzten Blätter, das Reh, der Hase – die Natur ist Gottes Geschenk an uns.
Und sie zeigt uns nicht zuletzt, wie sehr er uns liebt.
„Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.“ (Kol. 1, 12)
 
Hans-M. Kischkewitz, Pfarrer in Boock