Gott kommt gewaltig

Zum Wochenspruch für den 3. Adventssonntag:
"Bereitet dem lebendigen Gott den Weg; denn siehe, der lebendige Gott kommt gewaltig."
(Jes. 40,3.10)
 
Ja, gewaltig sollte Gott kommen. Deutlich sichtbar und entscheidend stärker als das Böse und Verwirrende. Das passt zu den großen Erwartungen und Sehnsüchten in der Weihnachtszeit. Ich denke schon, dass viele Menschen Gott gern einen Platz in ihrem Leben einräumen würden. Wir wissen, dass es so, wie es geht, nicht gut weiter gehen kann. Die Sicherheit der Marktwirtschaft und des Geldes hält nicht, was sie verspricht. Es fehlt an wirklichem Frieden, Mitgefühl und Gemeinschaft. Es fehlt zu oft an Liebe zum Leben und an Stärke gegen das Böse und Egoistische.
 
Aber - wir wissen alle nur zu gut, dass Gott auch an diesem Christfest nicht so gewaltig kommt. Es wird nicht mit einem Schlag alles gut und neu geordnet werden. Krieg und Gewalt, Leichtsinn und Überdruss werden vielleicht eine kleine Pause haben. Das kann schon gut tun. Und man kann sich damit einrichten. So tun es viele. Dann überstehen wir das Weihnachtsfest eben so gut, wie wir es können.
 
Wenn wir genau hinhören, erzählen uns alle Weihnachtsgeschichten von der Kraft Gottes, die im Kleinen, im Menschlichen anfängt. Wir feiern die Geburt Gottes im kleinen Jesuskind. Geboren im ärmlichen Tierstall, der uns an das Ärmliche in unserm Leben erinnern soll. Damit wir diese Ärmlichkeit aushalten, brauchen wir die Besinnung auf unseren Glauben. Das Jesuskind wird kein großer Staatsmann oder Kriegsheld werden. Er wird Gottes Kraft aber gegen die Gewalt und die Unmenschlichkeit zeigen und in der Ewigkeit Gottes ankommen, trotz der großen Ungerechtigkeiten.
Alle Weihnachtsgeschichten sollen uns eigentlich nur Gelassenheit gegen die Gewalt des Bösen geben. Damit wir das Kleine wert-schätzen, das wir zum Guten beitragen können. Wenn wir das tun, wird es uns gut tun. Dann werden wir merken, dass Jeder und Jede wichtig für andere sind. Allerdings brauchen wir dazu eben diesen guten Blick auf das scheinbar Kleine und unscheinbare Gute unseres Lebens. Das braucht unsere Bemühung. Die Weihnachtserzählungen sollen uns dazu eine Sehhilfe sein. Und ich denke schon: Wenn wir alle wirklich zufrieden bei unserem Leben ankommen könnten, das Gute wertschätzen und das Nebensächliche bei Seite lassen könnten, dann würde sich unser Leben gewaltig verändern.
 
Es grüßt sie herzlich Pfr. F. Sattler