Wenn der Wein ausgegangen ist

Für die nächsten Monate stehen schon fünf wichtige Termine in meinem Kalender:
Zwei grüne Hochzeiten, eine Silberne Hochzeit und zwei Goldene Hochzeiten.
Braut- und Jubelpaare, Familien und Gäste freuen sich sicher schon auf diese „ Hoch-Zeiten“ der Liebe. Wie schön ist es, dass Ehen so lange gehalten haben und die Liebe über die Zeit geblieben ist. Wie schön ist es, dass auch wieder junge Menschen der Liebe vertrauen und ganz „ Ja“ zum Freund oder Freundin sagen wollen.
 
An diesem Sonntag geht es in den biblischen Texten für die Gottesdienste auch um eine Hochzeit. (Joh. 2,1-11) Sie wird mit großem Prunk gefeiert. Doch schon lange vor dem Ende ist der Wein alle. Oh, das darf bei so einem Fest nicht passieren! Da muss doch alles überfließen, die Liebe, das Essen und gute Getränke.
Jesus ist auch auf dieser Hochzeit. Als seine Mutter sieht, welche Peinlichkeit dem Gastgeber bevor steht, weist sie Jesus auf dieses Problem hin.
Und Jesus lässt sechs Wasserkrüge mit Wasser füllen und macht daraus sehr guten Wein, zum Erstaunen derer, die um ihn herum stehen.
 
„Den würden wir auch einladen!“, mag so mancher denken. Und ich kann dazu nur ermutigen! Denn diese Geschichte erzählt uns, dass Jesus die Liebe in die Welt hineinbringt. Die Liebe, die das Leben zu einem Fest machen kann.
Wie sehr wir für ein geglücktes Leben Liebe brauchen, wissen alle, die Liebesmangel haben, deren Liebe gescheitert ist und die unfähig geworden sind, zu lieben. Das ist eine große Not unter uns Menschen. Es ist ein Mangel, der so viel Ungutes nach sich zieht.
Aber es muss nicht so sein, es muss nicht so bleiben. Das Fest des Lebens dürfen wir freudig mitfeiern, auch wenn wir Mangelzeiten erleben mussten. Jesus lässt sich gerne einladen und kann unser Herz mit Liebe füllen, bis es davon überfließt.
Für den Wein auf ihrem nächsten Fest sorgen sie aber besser allein.
 
Pfarrerin Ulrike Bohl , Zerrenthin