Weg frei für die Nordkirche

Nordkirche
Bis 2012 entsteht fünftgrößte evangelische Landeskirche
 
Die Synoden Nordelbiens, Mecklenburgs und Pommerns stimmten am Samstag, dem 28.03.09 mit den jeweils erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheiten der Bildung der Nordkirche zu.
In den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern soll bis 2012 die fünftgrößte Landeskirche mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern entstehen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland wird sich auf 40.000 Quadrat-kilometern von Sylt bis Ueckermünde erstrecken. Mit der Fusion verringert sich die Zahl der evangelischen Landeskirchen in Deutschland von derzeit 22 auf 20.
 
Die Abstimmung in den drei Kirchenparlamenten erfolgte zeitgleich an den drei Tagungsorten Rendsburg, Plau am See und Züssow.
Die nordelbische Synode votierte mit 102 Ja- und 26 Nein-Stimmen für den Vertrag.
Die mecklenburgische Synode stimmte mit dem knappen Ergebnis von 39 Ja- und 17 Nein-Stimmen (erforderl. mindest. 38 Ja-Stimmen.)
Die pommersche Synode stimmte mit 44 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung für den Zusammenschluss.
 

Pommersche Kirche stimmt für Nordkirchenvertrag

Züssow (rn). Die Pommersche Evangelische Kirche hat mit verfassungsändernder Mehrheit am Samstagmittag dem Fusionsvertrag zur Nordkirche zugestimmt (58 abgegebene Stimmen, 44 Ja, 13 Nein, 1 Enthaltung). Damit ist aus der pommerschen Landessynode das eindeutige Zeichen für die Kirchenfusion gegeben.
 
Der Pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagte nach der Abstimmung: „Die Zustimmung aller drei Landessynoden ist ein gutes Zeichen für die Entwicklung der evangelischen Kirchen in Norddeutschland, ja für die Reformfähigkeit des Protestantismus in Deutschland insgesamt. Die Pommersche Evangelische Kirche kann nach dieser Entscheidung ihren Weg in eine gesicherte Zukunft gehen. Damit haben Gemeinden, Dienste und Werke eine gute Perspektive für ihre weitere Entwicklung. Vor uns steht nun die Regelung noch offener Fragen. Ich danke besonders der nordelbischen Landessynode, die dem Kompromiss im Fusionsvertrag zugestimmt hat, obwohl sie damit nicht geringen Transferzahlungen in den Osten veranlasst hat. Ich danke auch der Landesregierung, die mit ihrer zustimmenden Note zum Fusionsvertrag die weitere Geltung des Güstrower Vertrages bekräftigt hat.“
 
Präses Dr. Rainer Dally meinte zur Synodenentscheidung: „Ich nehme froh und erleichtert zur Kenntnis, dass sich der enorme Einsatz für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland gelohnt hat und dass alle Synoden die Verbandsgründung beschlossen haben. Die Pommersche Evangelische Kirche kann nun gelassen in die Zukunft blicken und in die Ausarbeitung der Verfassung ihre Erfahrungen und Errungenschaften einbringen. Mein Dank in dieser Stunde der Freude gilt allen Schwestern und Brüdern aus den Partnerkirchen und natürlich auch aus den eigenen Reihen, deren Einsatz diese Entscheidung erst möglich gemacht hat.
Besonders möchte ich aber der früheren Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter an dieser Stelle für ihren unermüdlichen - und nun ja auch erfolgreichen - Einsatz für die neue Kirche danken; sie hat die Gunst der Stunde erkannt und uns alle immer wieder ermutigt und begeistert, für die neue Kirche einzutreten.“ (28.3.2009)
 
 
 

Mecklenburgische Landessynode stimmt Fusionsvertrag zu

Plau am See (rn). Die mecklenburgische Landessynode stimmte als erste Synode ab, hielt aber das Ergebnis noch zurück bis auch die beiden anderen Synoden abgestimmt hatten. Schließlich gab es ein knappes Ergebnis mit 39 Ja- und 17 Nein-Stimmen. Aber damit war die höchste Hürde in den drei Landessynoden erreicht, mußten doch in Mecklenburg 2/3 der verfassungsmäßigen Mitglieder zustimmen – und das sind 38.
 
Der Mecklenburgische Bischof Dr. Andreas von Maltzahn sagte dem epd nach der Entscheidung, nun gebe es Klarheit für den weiteren Weg der mecklenburgischen Landeskirche. „Wir haben noch fast drei Jahre bis zur gemeinsamen Kirche und brauchen die Zeit, um einander besser kennenzulernen“, sagte der Landesbischof der Schweriner Volkszeitung. Wichtig sei aber, auch die Gegner der Fusion auf den gemeinsamen Weg mitzunehmen. „Wir möchten die Menschen einladen, in die gemeinsame Verfassung einzubringen, was ihnen wichtig ist.“
 
Synodalpräses Heiner Möhring kommentierte das Ergebnis mit den Worten: „Die Entscheidung der drei Synoden ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Kirche im Norden. Wir können nun in Ruhe an die Ausarbeitung der Verfassung gehen. Dabei wünsche ich mir, dass wir diesen Weg auch mit denen gehen können, die dem Fusionsvertrag jetzt aus unterschiedlichen Gründen nicht haben zustimmen können. Es ist mir wichtig, dass wir zusammenbleiben und gemeinsam überlegen, wie wir das Evangelium von Jesus Christus am besten zu den Menschen bringen können. Im Vertrauen auf Gott möchten wir auch Vertrauen untereinander und zueinander haben." (28.3.2009)