Brief Nr.5 aus Kiomboi von Pfarrer Ludwig M. Bultmann
Kiomboi, Dienstag, 24. März 2009, 19.55 h
Liebe Freunde und Interessierte in Deutschland,
es ist dunkel draußen und schwül, schwere Wolken am Himmel, obwohl es sehr heiß war tagsüber, wieder weit mehr als 30 Grad. Gestern hatte es die ganze Nacht geregnet – ab 11 Uhr heute brannte die Sonne trotzdem wieder.
Ich freue mich, dass die Zeit hier bald vorbei ist. Ein paar Dinge fehlen hier, die man in Deutschland ganz gerne hat: Essen, Freunde, vertraute Umgebung, Posaunenchor und Dänischer Chor, das Fernsehen mit den Nachrichten und abends irgendwo zusammen sitzen, essen und reden. Konzerte. Ich werde mich freuen, einmal wieder zu Hause sein zu können...
Fast sind nun 3 Monate Afrika um. Es war schön, Vieles wenigstens, die Sonne, die Wärme, die Natur und Umwelt, die vielen Menschen, das tut der Seele gut. Auch das Arbeiten, Lesen, Schreiben, Reden, Vorbereiten, Gottesdienste – feiern usw. hat gut getan. Aber Einiges bleibt fremd, auch am Verhalten der Leute. Einiges vermisse ich auch. Auch kirchlich. Richtig und ganz zu Hause ist man hier nicht. Und kulturelle und sprachliche Missverständnisse gibt es auch immer wieder. Man merkt erst im Ausland, was für ein Schatz die eigene Sprache ist und die Fähigkeit, mit ihr frei umzugehen, wie man will.
Morgen früh, noch vor 6 Uhr, will ich noch einmal mit dem Bus nach Singida fahren, Emails gucken, einen Brief schreiben, das Hotel für meine Rückreise buchen (wenn es geht, im Katholischen Guesthouse) und noch einmal über den Markt schlendern. Pastor Kitiku wird mitkommen mit seinem notleidenden Computer, der vielleicht doch noch repariert werden kann. Ein Tag frei zwischendurch. Dann geht es hoppla in die Examen, gleich ab Donnerstag früh – jedes 2 Stunden, und jedes muss natürlich vorbereitet, formuliert, durchgeführt und schließlich korrigiert und durchgerechnet werden. 100 Punkte kann man für jedes Examen bekommen, und natülich möchten alle weit über 50 liegen. Ich werde reichlich zu tun haben.
Etwa 2 Kilometer entfernt ruft der Muezzin zum Gebet. Kiomboi liegt an der alten Sklavenstraße, die von Bagamoyo ins Inland bis nach Tabora führte. Und Kiomboi war solch ein Stützpunkt arabischer Sklavenhändler – weshalb es hier mehr Muslime gibt als im sonstigen Durchschnitt. Auch die Deutschen waren hier, in Kiomboi und auf ihrer „Festung“ in Mkalama, bis 1916, bis die Engländer kamen, und haben hier als Besatzungsmacht zum Teil gewütet und die Menschen drangsaliert, auch getötet. Das weiß man hier noch und kann solche Geschichten erzählen, für die man sich als Deutscher schämt – bis heute. Und ist froh, dass es auch andere gab, Missionare, die damit nichts gemein hatten, die Schulen und Kirchen bauten und betrieben und sich für die Menschen einsetzten. Aber es ist eben Beides beieinander, nicht nur das Eine und nicht nur das Gute, sondern auch Fragwürdiges und Beschämendes in unserer eigenen Geschichte. Manchmal denke ich, es ist auch gut so, gerade wenn wir auf Afrika gucken und sehen, auf Dinge, die in Rwanda, im Kongo, in Uganda oder im Sudan geschehen. Daß wir nicht zu überheblich werden in unserem Urteil.
Mein Computer läuft schon seit Mittag. Seit Stunden habe ich die Fotogalerien für den Abschluss der Diplom – IV – Theologiestudenten und auch für die Gruppe der BD – II – Studenten vorbereitet. Heute morgen hatten wir fotografiert. Jeder soll zum Abschluss eine laminierte Fotoseite von allen Gruppenmitgliedern erhalten – das ist sehr beliebt hier und wird jahrelang bei den Familienfotos aufbewahrt.
Die Vorlesungen sind so gut wie vorbei. „Revision – Week“ heißt es seit gestern, man lässt den Stoff der Vorlesungen Revue passieren, deutet an, welche Fragen in den Examensarbeiten ab Donnerstag vorkommen werden, thematische Besprechungen folgen, etwas Auswertung, Abrundung von Themen: Theologie und Leben des Paulus, Höhepunkte des 1. Korinther- Römer – und Philipperbriefes, Ethik, Geistesgaben, der Glaube Abrahams, Eschatologie, Freiheit vom jüdischen Gesetz und von der Beschneidung, die immer wieder neu spannende Frage, ob denn Ephesus in der Türkei liegt oder in Griechenland – ich weiß, wie oft ich es erzählt habe und was wohl das Ergebnis des Apostelkonventes von Jerusalem war... .
Das Schönste aber war eigentlich das Homiletik – Seminar mit den Rundreisen in den Gemeinden: die Gruppe der 11 Pastoren hat sich während dieser Zeit richtig gut kennengelernt, und es macht Spaß, miteinander zu reden und zu arbeiten, richtige und echte Predigten vorzubereiten, zu halten und zu besprechen, man kommt sich näher dabei, und das tut gut.
Ein bischen fern bleibt der Stoff der Reformationsgeschichte Europas bis 1700 über Deutschland, Schweiz, Frankreich, England und ein wenig die Katholische Reaktion in Italien, Spanien mit Inquisition und spanischer Mystik und Jesuitenorden. Ich habe sie gefragt, die Studenten, ob es nicht sehr weit weg von ihnen und ihren Problemen hier in Ostafrika ist. Auf eine Weise schon, sagen sie, es sei ihnen auch wichtig, die Geschichte und die Herkunft bestimmter Problemstellungen kennenzulernen. Das möchten sie schon wissen. Leider gibt es keine Möglichkeit, eine entsprechende Europa – Reise dann auch einmal mit ihnen zu machen und sich die verschiedenen Orte und Traditionen anzusehen – vom Münster der Wiedertäufer, Wittenberg oder den Kirchbauten Englands, Genfs, Zürichs oder Edingburghs oder einen Abstecher nach Pennsylvania, um etwas über die Quaker zu lernen...
Zwei Dinge in den zurückliegenden 14 Tagen waren noch etwas herausragend und besonders, die ich vielleicht hier noch erwähnen möchte - ich schreibe sie einfach zum Teil ab aus meinen täglichen Aufzeichnungen – vielleicht hat der eine odere Interesse oder auch Freude daran. Man muß es nicht lesen, aber kann es...
Die Vorlesungen sind so gut wie vorbei. „Revision – Week“ heißt es seit gestern, man lässt den Stoff der Vorlesungen Revue passieren, deutet an, welche Fragen in den Examensarbeiten ab Donnerstag vorkommen werden, thematische Besprechungen folgen, etwas Auswertung, Abrundung von Themen: Theologie und Leben des Paulus, Höhepunkte des 1. Korinther- Römer – und Philipperbriefes, Ethik, Geistesgaben, der Glaube Abrahams, Eschatologie, Freiheit vom jüdischen Gesetz und von der Beschneidung, die immer wieder neu spannende Frage, ob denn Ephesus in der Türkei liegt oder in Griechenland – ich weiß, wie oft ich es erzählt habe und was wohl das Ergebnis des Apostelkonventes von Jerusalem war... .
Das Schönste aber war eigentlich das Homiletik – Seminar mit den Rundreisen in den Gemeinden: die Gruppe der 11 Pastoren hat sich während dieser Zeit richtig gut kennengelernt, und es macht Spaß, miteinander zu reden und zu arbeiten, richtige und echte Predigten vorzubereiten, zu halten und zu besprechen, man kommt sich näher dabei, und das tut gut.
Ein bischen fern bleibt der Stoff der Reformationsgeschichte Europas bis 1700 über Deutschland, Schweiz, Frankreich, England und ein wenig die Katholische Reaktion in Italien, Spanien mit Inquisition und spanischer Mystik und Jesuitenorden. Ich habe sie gefragt, die Studenten, ob es nicht sehr weit weg von ihnen und ihren Problemen hier in Ostafrika ist. Auf eine Weise schon, sagen sie, es sei ihnen auch wichtig, die Geschichte und die Herkunft bestimmter Problemstellungen kennenzulernen. Das möchten sie schon wissen. Leider gibt es keine Möglichkeit, eine entsprechende Europa – Reise dann auch einmal mit ihnen zu machen und sich die verschiedenen Orte und Traditionen anzusehen – vom Münster der Wiedertäufer, Wittenberg oder den Kirchbauten Englands, Genfs, Zürichs oder Edingburghs oder einen Abstecher nach Pennsylvania, um etwas über die Quaker zu lernen...
Zwei Dinge in den zurückliegenden 14 Tagen waren noch etwas herausragend und besonders, die ich vielleicht hier noch erwähnen möchte - ich schreibe sie einfach zum Teil ab aus meinen täglichen Aufzeichnungen – vielleicht hat der eine odere Interesse oder auch Freude daran. Man muß es nicht lesen, aber kann es...
Disco die ganze Nacht in der Kirche schräg gegenüber. Bis morgens um ½ 6 Uhr. Ich fand ehrlich k e i n e n Schlaf. Kaum war man ein bisschen eingenickt, machten sie wieder Lärm und Krach. Lautes Beten mit Zungenreden, Juchzer (Kigelegele), rhythmisches Händeklatschen, laute Verstärkermusik mit elektrischen Gitarren und mindestens 3 Predigten die Nacht – die schlimmste am Schluss: mehr als 1 Stunde lang, zwischen 3 und ½ 5 Uhr, laut, geschrien, nur Geschimpfe und Getobe, zum Schluss wollte oder konnte der Prediger nicht mehr aufhören, und sie brauchten mehr als ¼ Stunde lautes Singen, bis seine Stimme endlich zum Schweigen kam. Dieser merkwürdige Gottesdienst begann abends um 21 Uhr. Mehr und mehr junge Leute versammelten sich erst vor, dann in der Kirche, und dann ging es richtig los: 10 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr. Und ich dachte, um 1 müsste doch nun wohl endlich Schluss und die Leute müde sein. Aber nein. Bis in den frühen Morgen. Eigentlich in nichts – außer dass es hier ohne Drogen und Alkohol abläuft – unterschieden von Disco–Nächten in Europa und auch in den Städten Deutschlands. Das Abenteuer, die Nacht gemeinsam durchzumachen – toll! Hier verkaufen sie es als charismatischen Gottesdienst: „Mkesha“ – „Nachtwache“ (ursprünglich: wachen und gucken, ob Jesus zurückkommt vom Himmel und das Ende der Welt gekommen ist). Nur wäre so etwas bei uns in Deutschland wirklich nicht möglich, weil sich die Leute solchen ruhestörenden Lärm zur Nachtzeit nicht gefallen lassen würden.
Ich verstehe nicht, wieso 1.) die hiesige Kirche, die lutherische zumal, solche Art nächtlicher Gottesdienste duldet, einführt, erlaubt und propagiert, 2.) wie und warum sich die die Leute und Nachbarn im Dorf so etwas gefallen lassen, 3.) wie auf dem Compound einer Bibelschule und künftigen Universität in unmittelbarer Nähe von Lehrerhäusern und Studententrakts so etwas offiziell zugelassen wird.
Um ½ 6 bin ich dann eingeschlafen, bis 8. – Aber die Reise nach Nzega zum Wochenende dort konnte ich so nicht antreten. Denn 1½ Tage habe ich gebraucht, um mich davon einigermaßen zu erholen. Als ich in den folgenden Tagen darüber sprach mit anderen, da lachten die meisten, ein bisschen schadenfroh, ein bisschen verständnisvoll – dass ich das noch nicht kannte, solche mkesha – Gottesdienste, die gibt es doch inzwischen in vielen Gemeinden. Und in Afrika beschwert man sich nicht über nächtlichen Lärm. Das tut keiner. Dann nimmt man eben Schlaftabletten.
Immerhin sagten sie mir zu, dass bis zum Semesterende kein solcher Nachtgottesdienst mehr stattfinden wird.
Samstag, 21. März
Gestern Abend war die Verabschiedung von mir hier in der Bibelschule. Schon so früh – 2 Wochen vor dem Ende des Semesters und der Abreise, weil der Direktor, Alex Mkumbo am Sonntag zu seiner Deutschland-reise aufbrechen wird und dann nicht mehr da sein wird. Gleichzeitig wurde auch eine Frau, eine Mitarbeiterin aus der Küche, in den Ruhestand verabschiedet, die seit 1989 hier tätig gewesen ist. Sie hat eine sehr schöne kleine Rede gehalten und sich bei allen Studenten und der Schulleitung bedankt und viel Beifall bekommen, zu recht. Ich selbst war ja nur knapp 3 Monate hier, habe das auch gesagt und bekam Kopfnicken dafür. Stimmt. Und dass es natürlich nicht so sehr um mich geht, wenn ich hier oben am Tisch sitze und Dank und Reden entgegennehme, sondern, dass ich hier für die Pommersche Kirche gekommen bin in erster Linie, als ein Zeichen für die Verbundenheit und den Wunsch, einer solchen Beziehung eine gewisse Festigkeit und Zuverlässigkeit zu geben. Und dass ich hier sitze für unseren Bischof Abromeit, der gerne möchte, dass die theologische Ausbildung hier erfolgreich sein kann und für einige Christen und Gemeindeglieder aus Deutschland, die ein bisschen mitleben und mitbekommen, wie es hier in diesem Land und in dieser Kirche zugeht.
Jeder Kurs hatte eine Kleinigkeit als Programmbeitrag vorbereitet, einige sangen ein Lied oder einen Choral, 2 Gruppen brachten traditionelle Tänze der Wa – Iramba und der Wa – Nyaturu – Leute dar, denen immer noch eine große, auch kommunikative Kraft abzuspüren ist, und die sie mit großer Begeisterung vorführen.
Der Direktor hielt eine schöne lange Rede, insbesondere mit Dank an Pommern für die auch finanzielle Unterstützung des Schulbetriebes und für meinen Dienst. Sie überbrachten Geschenke (traditionelle Stoffe und eine großes afrikanisches bedrucktes Hemd), und 2 Studentinnen hatten ein Gedicht zum Abschied im arabischen Stil („Shairi“) gedichtet, und sangen es sehr ausdrucksvoll und schön vor. Auch ich habe allen gedankt für die schöne Zeit miteinander hier in Kiomboi und all die Unterstützung. Und dann gab es ein schönes und ausführliches gemeinsames Essen – für uns Lehrer oben am „High Table“ (auch Yohana Magandu – früher einmal Direktor der Bibelschule und Gast in Rothemühl 2004 war dabei) – schon seit dem Mittag hatte ein ganzes Team von Frauen, Reis, Pilau, Fleisch und Gemüse vorbereitet und gekocht, und es war ein schönes und reichliches Essen, jeder bekam eine Soda (= Fanta oder Cola), das war eine besondere (und teure) Aufmerksamkeit.
Gestern Abend war die Verabschiedung von mir hier in der Bibelschule. Schon so früh – 2 Wochen vor dem Ende des Semesters und der Abreise, weil der Direktor, Alex Mkumbo am Sonntag zu seiner Deutschland-reise aufbrechen wird und dann nicht mehr da sein wird. Gleichzeitig wurde auch eine Frau, eine Mitarbeiterin aus der Küche, in den Ruhestand verabschiedet, die seit 1989 hier tätig gewesen ist. Sie hat eine sehr schöne kleine Rede gehalten und sich bei allen Studenten und der Schulleitung bedankt und viel Beifall bekommen, zu recht. Ich selbst war ja nur knapp 3 Monate hier, habe das auch gesagt und bekam Kopfnicken dafür. Stimmt. Und dass es natürlich nicht so sehr um mich geht, wenn ich hier oben am Tisch sitze und Dank und Reden entgegennehme, sondern, dass ich hier für die Pommersche Kirche gekommen bin in erster Linie, als ein Zeichen für die Verbundenheit und den Wunsch, einer solchen Beziehung eine gewisse Festigkeit und Zuverlässigkeit zu geben. Und dass ich hier sitze für unseren Bischof Abromeit, der gerne möchte, dass die theologische Ausbildung hier erfolgreich sein kann und für einige Christen und Gemeindeglieder aus Deutschland, die ein bisschen mitleben und mitbekommen, wie es hier in diesem Land und in dieser Kirche zugeht.
Jeder Kurs hatte eine Kleinigkeit als Programmbeitrag vorbereitet, einige sangen ein Lied oder einen Choral, 2 Gruppen brachten traditionelle Tänze der Wa – Iramba und der Wa – Nyaturu – Leute dar, denen immer noch eine große, auch kommunikative Kraft abzuspüren ist, und die sie mit großer Begeisterung vorführen.
Der Direktor hielt eine schöne lange Rede, insbesondere mit Dank an Pommern für die auch finanzielle Unterstützung des Schulbetriebes und für meinen Dienst. Sie überbrachten Geschenke (traditionelle Stoffe und eine großes afrikanisches bedrucktes Hemd), und 2 Studentinnen hatten ein Gedicht zum Abschied im arabischen Stil („Shairi“) gedichtet, und sangen es sehr ausdrucksvoll und schön vor. Auch ich habe allen gedankt für die schöne Zeit miteinander hier in Kiomboi und all die Unterstützung. Und dann gab es ein schönes und ausführliches gemeinsames Essen – für uns Lehrer oben am „High Table“ (auch Yohana Magandu – früher einmal Direktor der Bibelschule und Gast in Rothemühl 2004 war dabei) – schon seit dem Mittag hatte ein ganzes Team von Frauen, Reis, Pilau, Fleisch und Gemüse vorbereitet und gekocht, und es war ein schönes und reichliches Essen, jeder bekam eine Soda (= Fanta oder Cola), das war eine besondere (und teure) Aufmerksamkeit.
Das möchte ich doch noch ein bisschen erzählen, wie es gewesen ist am Sonntag in Jambi: noch vor 6 Uhr morgens wollten wir eigentlich losfahren, um noch rechtzeitig vor den Gottesdiensten (8.30 h und 10.30 h) da zu sein – ungefähr 100 Kilometer sind es bis dorthin. 10 nach 6 kamen wir los: Propst Mdinda von Nzega, Pastor Missai, die beiden Prädikanten Godson Mkumbo und Shedrack Langu, dazu wie jeden Sonntag Stanley Tabulu aus Dodoma (ein Schüler von Pastor Reinhard Friedrich), Anton Isingo aus Mwangeza und Ernest Msengi aus Ngamu. Gyunda hatte sich entschuldigen lassen. So ging es los im Dunkeln – zunächst nach Msigiri zur Hauptstraße, irgendwann einen Weg hinein Richtung Kinampanda, es wurde langsam hell. Schöner orangeroter Morgenhimmel mit Bäumen wie Schattenrisse davor, ein paar Fotos habe ich gemacht. Ab Kinampanda ging es ins Gebirge und in die Wildnis und dann steil abwärts, den ostafrikanischen Grabenbruch hinunter in die Ebene, was einen wunderschönen weiten Blick auf die Landschaft gibt, unten über den Fluß, der trotz der Regenzeit nicht viel Wasser führt, das Dorf Msingi, eine schmale, lange Brücke aus einer Eisenkonstruktion mit längs genagelten Brettern für die Reifen auch von Bussen und Lastwagen, und dahinter in grobsandiger Gegend wieder etwas hinauf, in ein Waldschutzgebiet von Msingi und später von Gumanga. Die Strecke konnte ich ganz gut erinnern: hier waren wir 2006 mit Thomas Madadi nach Nkinto zum Konfirmationsgottesdienst gefahren und 2003 mit Bischof Maghina und den Rothemühlern von Jambi aus nach Kinampanda und Kijota. Schön die wilden Waldgebiete in diesem Teil von Tanzania. Man wünscht, dass es noch mehr davon geben möge und dass sie einen Teil der verlorenen Natur zurückbringen können und den Regen ein Stück weit anziehen und festhalten können. Überhaupt ist es ein wenig erstaunlich, dass diese Gegend, obwohl nun wirklich nur 30 – 40 km entfernt von Iramba und Kiomboi, offensichtlich viel weniger Regen abbekommen hat als als Kiomboi: einige Felder mit trocknendem Mais und welkenden Sonnenblumen waren zu sehen.(obwohl es insgesamt in diesem Jahr wirklich ziemlich gut und grün überall aussieht). Nach Gumanga ging es hinein, dann rechts ab Richtung Nduguti und Iambi. Ein schöner gerader Weg, das Reihendorf Nduguti. „Hier habe ich 2 Jahre lang gearbeitet.“, Propst Mdinda war ganz aufgeregt und erzählte und berichtete von seiner Zeit hier als Pastore, und dass er selbst hier ein paar Hektar schönes Sonnenblumenfeld bewirtschaftet hatte. Dann weiter rechts ab einige Kilometer, so kamen wir von Norden her auf Iambi zu, das plötzlich da war inmitten dieser steinig – felsigen merkwürdigen und zum Teil bizarren Landschaft mit steil aufragenden steinigen Bergen und Spitzen, wo sie, wie sie erzählten, bis heute noch heidnische Gottesdienste und Opfer abhalten. Iambi habe ich gut und mit ein bisschen Wehmut wiedererkannt, die weiß gekalkte Kirche, wo wir mit Bischof Abromeit 2004 im Gottesdienst waren – Husch, war sie vorbei, die Dispensary auf felsigem Grund schon gar nicht zu sehen, das Hildesheim – Haus, die Sekundarschule, Pfarrhaus, Friedhof, Bäume, husch – husch – war alles vorbei, wir hatten es eilig, runter zum Fluss und weiter nach Iambi – Hospital, irgendwo links hinein, und dann waren wir da. Das Dorf heißt Nkungi, dort steht das Hospital der Diözese, das einmal eine medizinische Fakultät werden soll und wohl jetzt schon Schwestern ausbildet. Aber davon haben wir an diesem Tag nichts gesehen außer ein paar Gebäuden hinter dem Krankenhaus – Zaun, der direkt an das Grundstück der ziemlich großen Kirche aus den 70iger Jahren grenzt. Die Kirche, ein bisschen im Stil wie die Immanuel – Kathedrale in Singida, mit schmalen, langen, geraden, schräg seitlich versetzten Fenstern – die sie aber herausgebrochen und an ihre Stelle normale breite Fenster mit Seitenflügeln und Fensterscheiben eingesetzt haben. So ist es wohl deutlich heller in der Kirche. Platz für ungefähr 250 – 400 Menschen, ein hohes Dach aus Rohrkonstruktion mit Wellblech darauf, dahinter bereits aufgerichtete Mauern der neuen größeren Kirche, in die die alte Kirche später integriert werden soll, wenn alles fertig ist.
Viele Menschen waren schon da, obwohl es noch vor 8 Uhr war. Pastor (und Superintendent) Melkisedek empfing uns. Er freute sich sichtlich über die Gäste. Im Pfarrhaus, ein paar hundert Meter entfernt, bekamen wir Frühstück, nachdem wir einen Blick in die Kirche geworfen hatten. Sie hatten um das Pfarrhaus herum alles wunderschön sauber gemacht und geputzt, es war richtig ein wenig rührend zu sehen. Süßer Tee, Pfannkuchen, frischgebackenes, weiches Weißbrot, eine Adoptivtochter bediente die Gäste. 4 eigene Kinder hat der Pastor, das älteste Mädchen ist 10 Jahre alt. Ich habe sie nachher alle – die ganze Familie, auch einzeln, fotografiert. Die Frau kam später herein und begrüßte uns und war auch später, aber mehr im Hintergrund ordnend, dabei.
Anton, Pastor aus Mwangeza, leitete beide Gottesdienste und machte die Liturgie. Er war 2 Jahre lang an dieser Gemeinde Vikar gewesen, und so war es für ihn wie ein Nachhausekommen. Er fühlte sich sichtlich wohl in der Gemeinde, und die Leute kannten ihn gut. Ein starker, kraftvoller Chor war da mit einem richtig guten Gitarristen (ein Solo von ihm habe ich auf Video aufgenommen). Aber auch ohne Verstärker hatte der Chor Einiges zu bieten. Als es zum Ende des ersten Gottesdienstes Stromausfall gab, haben sie einfach ohne Instrumente weitergesungen, und es war ein schöner, voller Sound – nicht schlechter als mit Verstärkung.
Der Propst stellt uns noch vor der Predigt der Gemeinde vor. Auch er hatte eine gute Art, mit den Leuten zu reden. Freundlich, bescheiden, nicht laut, trotzdem treffend und schlagfertig.
Der Propst stellt uns noch vor der Predigt der Gemeinde vor. Auch er hatte eine gute Art, mit den Leuten zu reden. Freundlich, bescheiden, nicht laut, trotzdem treffend und schlagfertig.
Auch ich habe mein Grußwort gesagt aus Nordelbien und Pommern und von unserem Bischof Abromeit und erinnerte daran, dass an diesem Sonntagmorgen auch in Deutschland wie in Tanzania in fast jedem Dorf und jeder kleineren und größeren Stadt von München bis Hamburg und Greifswald Menschen zu Gottesdiensten kommen, - manchmal vielleicht weniger in Deutschland als in Tanzania, vielleicht nur eine Handvoll oder 25 oder 30 – aber gleich ob 10 oder 500, doch alle mit einem Wunsch und Hunger in ihrem Leben nach Gottes Wort und Liebe und Erbarmen auf die eine oder andere Weise – und dass wir in diesem Wunsch und Verlangen eigentlich in nichts unterschieden sind von den Menschen und Christen in Tanzania.
Dann wurde erklärt, warum wir da sind mit so vielen Pfarrern, erzählt von unserem Homiletik – Seminar und dass jeder der Studenten seine Predigt hält an einem Sonntag und wir alle daran zu lernen versuchen und darüber sprechen, wie man gut und besser predigen kann. Wir bekamen dann die erste Predigt von Godson Mkumbo zu hören. Sehr ruhig und klar und einfach im Aufbau. Die Predigt ging über 1. Kor 10, 14 ff (Abendmahl in Korinth), und der Titel des Sonntags hieß: „Jesus Christus ist das Brot des Lebens“ (wa uzima). Sein Thema: Jesus Christus ist genug, das reicht zum Leben, sonst brauchst du nichts!
Dann wurde erklärt, warum wir da sind mit so vielen Pfarrern, erzählt von unserem Homiletik – Seminar und dass jeder der Studenten seine Predigt hält an einem Sonntag und wir alle daran zu lernen versuchen und darüber sprechen, wie man gut und besser predigen kann. Wir bekamen dann die erste Predigt von Godson Mkumbo zu hören. Sehr ruhig und klar und einfach im Aufbau. Die Predigt ging über 1. Kor 10, 14 ff (Abendmahl in Korinth), und der Titel des Sonntags hieß: „Jesus Christus ist das Brot des Lebens“ (wa uzima). Sein Thema: Jesus Christus ist genug, das reicht zum Leben, sonst brauchst du nichts!
Übrigens waren in diesem Gottesdienst außer den gut 400 Menschen und insgesamt 3 Chören (u.a. auch ein Sekundarschulchor der Schülerjugend (Ukwata)) noch einige andere Pfarrer: der fast blinde Krankenhausseelsorger, den ich noch von 2003 und 2004 her erinnerte, ein Pastor im Ruhestand mit Namen Mzengi (von ihm sind einige Gesangbuchverse im Kisuaheli-Gesangbuch), er ist etwas über 70 Jahre alt, freundlich und aufgeräumt und singt mit seiner Frau, dem Krankenhausseelsorger und ein paar anderen älteren Leuten in einem Mini-Senioren-Chor (7 Personen) sehr anrührend 4stimmige amerikanische Kirchenlieder. Außerdem war noch Pastor Gunda da, der mir vorher kein Begriff war. Auch wohl gut über 70 Jahre alt, 1937 geboren, wie er sagte, neben den ich zu sitzen kam in der Kirche und der mich fragte, ob ich mit dem Theologen Bultmann verwandt sei (der erste in dieser Dioezese, der so etwas fragte), der mich willkommen hieß und mich aufforderte, ihn zu fotografieren, was ich denn auch tat. Er war einer der führenden Synodenpräsidenten der Zentraldiözese noch bevor es einen Bischof gab (bis 1982). Der erste afrikanische Synodenpräsident nach dem Amerikaner Peterson war Thomas Musa gewesen, er der zweite, der nächste, Gimbi war dann der erste Bischof, bis Maghina kam und schließlich jetzt Bischof Sima. Er fragte, ob Bischof Gienke noch lebt (was ich nicht wusste) und bestellte Grüße an Bischof Abromeit und erkundigte sich nach Familie Stieghorst in Hildesheim und fragte, ob es denn Herrn Stieghorst inzwischen besser ginge.
Die Kirchengemeinde, in der wir zu Gast waren, heißt nicht Iambi, wie das Krankenhaus (ursprünglich ein kirchliches Krankenhaus, gebaut von den amerikanischen Augustana – Misionaren, die den Deutschen folgten, als ein Krankenhaus für Lepra – Kranke, dann aber in ein allgemeindes Krankenhaus verwandelt) – heißt auch nicht Nkungi, wie das Dorf, in dem sich die Gemeinde befindet, sondern „Wanselya“ – das ist der Name der Ehefrau dieses Zweiten Präsidenten der Zentralsynode.
Der erste Gottesdienst dauerte trotz anderer Planung deutlich mehr als 2 Stunden – erst um 10 nach 11 ging es direkt von der Versteigerung der Naturalkollekten vor der Kirche und der Verabschiedung der Besucher des ersten Gottesdienstes wieder hinein zum 2. Gottesdienst, in dem dann aber deutlich weniger Gäste waren – etwa 250 bis 200 nur. Es war auch heiß geworden inzwischen, viele etwas müde, und die Lieder kamen eher schleppend in Gang. Trotzdem bekamen wir eine schöne und lebendige Predigt von Pastor Shedrack Langu aus Mwanga zu hören, der richtig gut über den 1. Korintherbrief und die dort angesprochenen Probleme in der Gemeinde Bescheid wusste und auch über die Position des Paulus: „Es ist wohl alles erlaubt, aber nicht alles zuträglich“ . – und auch er hielt nun keine Predigt über die im Text erwähnten „Teufel“ (mashetani), wie ich es befürchtet hatte, sondern ebenfalls über Christus als Brot unseres Lebens und seine Lehre und sein Liebesgebot und die Erinnerung an ihn im Abendmahl als das, was für unser Leben und Zusammenleben und unsere Gemeinschaft wichtig ist. Ein Stück weit offen blieb für uns alle die Frage, wie wir im Nachgespräch feststellten, wie die Einheit und Verbundenheit unter uns Christen in einer Gemeinde, in der Welt und in den verschiedenen Kirchen anschaulich zur Geltung gebracht werden kann. Vielleicht hätte man da etwas mehr sagen können als das Beispiel von den vielen Gliedern an dem einen Leib Christi aus 1 Kor 12. Der Prediger erzählte uns auch hinterher, wie sehr seine Predigt ein Kampf gegen die Müdigkeit der Leute und die Hitze in der Kirche gewesen war und dass er froh war, dass er auf halbwegs lebendige Weise bis zum Schluß kam.
Auch hier gab es nach dem Gottesdienst die obligate Verabschiedung aller vor der Kirche.
Der erste Gottesdienst dauerte trotz anderer Planung deutlich mehr als 2 Stunden – erst um 10 nach 11 ging es direkt von der Versteigerung der Naturalkollekten vor der Kirche und der Verabschiedung der Besucher des ersten Gottesdienstes wieder hinein zum 2. Gottesdienst, in dem dann aber deutlich weniger Gäste waren – etwa 250 bis 200 nur. Es war auch heiß geworden inzwischen, viele etwas müde, und die Lieder kamen eher schleppend in Gang. Trotzdem bekamen wir eine schöne und lebendige Predigt von Pastor Shedrack Langu aus Mwanga zu hören, der richtig gut über den 1. Korintherbrief und die dort angesprochenen Probleme in der Gemeinde Bescheid wusste und auch über die Position des Paulus: „Es ist wohl alles erlaubt, aber nicht alles zuträglich“ . – und auch er hielt nun keine Predigt über die im Text erwähnten „Teufel“ (mashetani), wie ich es befürchtet hatte, sondern ebenfalls über Christus als Brot unseres Lebens und seine Lehre und sein Liebesgebot und die Erinnerung an ihn im Abendmahl als das, was für unser Leben und Zusammenleben und unsere Gemeinschaft wichtig ist. Ein Stück weit offen blieb für uns alle die Frage, wie wir im Nachgespräch feststellten, wie die Einheit und Verbundenheit unter uns Christen in einer Gemeinde, in der Welt und in den verschiedenen Kirchen anschaulich zur Geltung gebracht werden kann. Vielleicht hätte man da etwas mehr sagen können als das Beispiel von den vielen Gliedern an dem einen Leib Christi aus 1 Kor 12. Der Prediger erzählte uns auch hinterher, wie sehr seine Predigt ein Kampf gegen die Müdigkeit der Leute und die Hitze in der Kirche gewesen war und dass er froh war, dass er auf halbwegs lebendige Weise bis zum Schluß kam.
Auch hier gab es nach dem Gottesdienst die obligate Verabschiedung aller vor der Kirche.
Und dann – inzwischen waren ja mehr als 4 ½ Stunden vergangen – ging es zum Mittagessen zurück in das Pfarrhaus, wo ein Team von wohl 6 Frauen für die zahlreichen Gäste gekocht hatte: Reis, Pilau, Spaghetti mit Parmesan, Grünkohl und Hühnchenteile in schöner Sauce, dazu für jeden eine Himbeerbrause. Es tat sehr gut und blieb genügend übrig für die, die draußen waren und im Anschluss aßen, vor allem auch für die vielen Kinder, die sich inzwischen draußen versammelt hatten.
Wir blieben noch etwas eine Stunde beisammen und besprachen mit denen, die die Predigt gehalten hatten, unsere Beobachtungen und Erfahrungen – es war seit dem erstenmal in New – Kiomboi vor fast 2 Monaten richtig ein Geist der gegenseitigen Solidarität und Verbundenheit untereinander gewachsen. Was mich sehr gefreut hat. Offensichtlich haben sich auch die Pastoren untereinander besser kennengelernt. So bin ich froh über dieses Projekt – so anstrengend es auch war (im Grunde ohne wirklichen Sonn- und Ruhetag) und so teuer es auch manches Mal für mich geworden war mit all den Dieselkosten für das Auto (15 Liter auf 100 km).
Wir blieben noch etwas eine Stunde beisammen und besprachen mit denen, die die Predigt gehalten hatten, unsere Beobachtungen und Erfahrungen – es war seit dem erstenmal in New – Kiomboi vor fast 2 Monaten richtig ein Geist der gegenseitigen Solidarität und Verbundenheit untereinander gewachsen. Was mich sehr gefreut hat. Offensichtlich haben sich auch die Pastoren untereinander besser kennengelernt. So bin ich froh über dieses Projekt – so anstrengend es auch war (im Grunde ohne wirklichen Sonn- und Ruhetag) und so teuer es auch manches Mal für mich geworden war mit all den Dieselkosten für das Auto (15 Liter auf 100 km).
Gegen kurz vor 4 Uhr nachmittags brachen wir dann auf, bedankten uns bei allen, die uns so gut versorgt hatten, fuhren noch bei einer Sekundarschule im Ort, später bei der Sekundarschule in Iambi vorbei (110 von 160 besetzten Plätzen, Schulgeld = 500.000 tsh im Jahr, Kirchliche Sekundarschule der Zentraldiözese), wo sie gerade das Regenwasser – Sammelprojekt betreiben und die Regenrinnen zum Auffangen für die beiden großen Tanks montieren. Leider war der Headmaster, Pastor Alan Kingu nicht da, er sei wegen einer Handverletzung zur Behandlung nach Dar-es-Salaam gefahren, hieß es. Das andere Projekt, das wir eigentlich hatten besuchen wollen – eine Grundwasserförderung mit Solar- und bzw. Windenergie, das liege weit ab von hier und außerdem wüsste man auch nicht, ob am heutigen Sonntag jemand Zuständiges da wäre. So haben wir es dann leider lassen müssen und sind weiter gefahren – zurück über Nduguti, Gumanga, Msingi und Kinampanda und waren etwa gegen 18 Uhr wieder zu Hause. 32 Grad Hitze waren es bei mir um diese Zeit im Schatten. Aber zu viel ist man nach einem solchen Tag nicht fähig. Ein wenig Abendbrot, ein wenig Telefonieren mit Deutschland und die letzten Neuigkeiten, dann geht man ganz früh sehr erschöpft zu Bett und ist froh, wenn man am nächsten Morgen einigermaßen frisch wieder aufwachen kann. So richtig vorbereiten konnte ich die ersten Stunden auf diese Weise natürlich nicht. ...
Ich hoffe, es gibt Strom morgen in der Stadt und eine funktionierende Verbindung in das Internet. Und dann schicke ich diesen Brief los. Vielleicht für dieses Mal der letzte Gruß direkt aus Kiomboi. Das nächste Mal, denke ich, werde ich mich wohl aus Arusha melden, kurz bevor es dann am 7. April wieder zurückgehen wird über Nairobi und Addis Abeba nach Frankfurt, Europa und Deutschland.
Sehr herzliche Grüße hier aus dem warmen und dunklen Afrika ins hoffentlich frühlinghafte Deutschland –
- und Gott befohlen!
Ludwig Bultmann
Anhang
Mi, 24. 03. 09, im Internetcafe Jambi – Mawe, 11: 15
Tatsaechlich – keine Internetverbindung. Morgens frueh waere sie noch da gewesen, dann waere sie ploetzlich abgebrochen. Nun sitzt man und wartet. Vielleicht kommt die Verbindung bald, vielleicht aber auch erst morgen. So ist das hier. Wenigstens ist Strom da, so dass man den Computer benutzen kann.
Wir hatten eine schoen Fahrt am fruehen Morgen mit dem grossen schweren indischen Bus, der bestimmt schon 30 Jahre auf dem Buckel hat und nicht den Highway (= die Asphaltstrasse) faehrt, sondern ueber die Doerfer quer durch die Landschaft. Und der Bus ist voll, wird genutzt, sogar fuer Schueler, die morgens damit zu ihrer Schule oder Sekundarschule fahren, jede Art von Gepaeck und insgesamt schoen billig: 2.40 Euro umgerechnet fuer die 100 Kilometer. Kleine Doerfer, viele Menschen, viele kleine Kinder, gruene Felder mit inzwischen richtig hohem Mais und ueber 2 Meter hohen Sonnenblumen. Das gibt wirklich eine gute Ernte dies Jahr. Hier auf dieser Strasse merkt man, dass die Lebensader zwischen den Doerfern nicht der Highway ist, sondern diese Strasse.
Im Katholischen Guesthouse habe ich fuer naechste Woche ein Zimmer gebucht. Ich werde morgens mit diesem grossen Bus und Gepaeck fahren, mich dann zum Guesthouse bringen lassen und dann, wenn es geht, das Abschlussgespraech mit Bischof Sima haben. Er ist heute morgen nach Arusha gereist zur Sitzung des Verfassungsausschusses der ELCT und wird Anfang der Woche wieder zurueck sein. Am Donnerstag ganz frueh dann weiter mit dem Bus nach Arusha. Ich freue mich schon.
Nun will ich sehen, ob ich ein paar von den Fotos eingearbeitet bekomme, die ich gestern abend vorbereitet habe.
L Bn
Ludwig M. Bultmann, Pastor emer., Lutheran Institute of ELCT Central – Diocese,
PO Box, Kiomboi, Singida, Tanzania, East Africa
Mobil-Phone (good for SMS!): +255 785 066 921, email in Africa: ludwigbultmann@yahoo.com
















