Die besten Wünsche für das Leben

Eine gute Sitte in unseren Dörfern ist es, dass Glückwunschkarten zur Konfirmation, Jugendweihe und anderen Festen verschickt oder vorbei gebracht werden. Gerade für die Jugendlichen ist es gut zu erfahren, dass viele Anteil nehmen an ihrem besonderen Tag.
 
So werden auch am Sonntag wieder viele Karten auf den Geschenktischen der Konfirmanden liegen, die an diesem Tag konfirmiert werden. Mit den Karten bekommen die Heranwachsenden viele gute Wünsche für ihr Leben.
Aber was soll man ihnen wünschen? Vielleicht kennen Sie es, wenn man da sitzt, auf seinem Stift herumkaut und nach den richtigen Worten sucht. Es soll kein Roman werden, aber nur drei Worte wären zu wenig.
Was ist wichtig für Jugendliche in diesem Alter? Das könnte man sich zuerst überlegen, und dann wählt man sich einen Gedanken heraus, formuliert einen guten Wunsch, und schon ist die Karte fertig.
 
Im Moment hängen in unseren Dörfern und Städten viele Wahlplakate, die uns sagen, was wir brauchen und wer unsere Wünsche in der nächsten Zukunft gut vertreten wird. Auch hier gilt ein altes Sprichwort, „Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Ja, man muss beim Wählen genau hinsehen, muss abwägen und sich dafür Zeit nehmen, denn auch zwischen den Zeilen steht oft etwas geschrieben.
 
Und da wären wir wieder bei den Jugendlichen. Sie wachsen heran und müssen immer mehr eigene Entscheidungen treffen und zwischen so Vielem auswählen: Welcher Mensch tut meinem Leben gut? Wer macht mir Hoffnung? Wer traut mir etwas zu? Wer liebt mich wirklich? Welche Gaben habe ich? Wofür will ich mich einsetzen?
Wir sollten darum unseren Jugendlichen wünschen, gute und besonnene „Wähler“ im übertragenen Sinne zu werden. Wir sollten ihnen wünschen, dass sie sich von einem guten Geist leiten lassen. Einem Geist, der sie in Bewegung hält, der ihnen viel Neugier auf das Leben gibt, der sie kritisch hinterfragen lässt und ihnen die Würde jedes Menschen ins Herz legt.
Einen guten Geist braucht wohl jeder in seinem Leben.
 
Am Sonntag und am Montag feiern wir alle das Pfingstfest. Es ist eben das Fest, bei dem es um einen guten Geist geht. Es geht um den Geist Gottes. Er begleitet uns ein Leben lang und will uns einen klaren und guten Weg führen. Es ist der Geist der Liebe, der Gemeinschaft und der Hoffnung.
Und um diesen Geist werden wir am Sonntag für unsere Konfirmanden bitten und sie gesegnet hinaus schicken auf ihren Weg ins Erwachsenwerden.
 
Pfarrerin Ulrike Bohl, Zerrenthin