Muss ich lebenslang zahlen?
gewaltig ist die Zahl der Angebote auf dem Markt. Ich blättere im Anzeigenteil der Zeitung, klicke mich durchs Internet und suche neugierig nach Angeboten mit dem Vermerk „kostenlos“. Tatsächlich, im Internet erscheint eine Fülle von Möglichkeiten, die „gratis“ angeboten werden.
Ich bin jedoch gewarnt, denn Verbraucherverbände raten: „Lesen Sie das Kleingedruckte im Vertrag, damit Sie nicht in eine Falle tappen! Schnell kann sich das vermeintlich kostenlose Angebot als eine teure Angelegenheit entpuppen!“
Da fällt mir die Mahnung meines Großvaters ein. Vor Jahren sagte er mit einem Augenzwinkern: „Merk dir das, mein Junge, in der Welt ist nichts umsonst, selbst der Tod kostet das Leben.“
Hat er Recht? Wenn ja, dann gäbe es für viele Menschen keine Chance mehr. Ich denke hier nicht an Geldprobleme. Nein, mir fallen Menschen ein, die innerlich pleite sind; Menschen mit einem geheimen Schuldkonto, von dem nur sie allein wissen.
Und lebenslänglich zahlen sie ab: Augenblicke des Lebens, an die sie nicht erinnert werden möchten und die doch immer wieder hochkommen. Jemand sagte: „Beruflich habe ich es ziemlich weit gebracht, aber es gibt bestimmte Punkte in meinem Leben, mit denen kämpfe ich bis heute. Wenn die Erinnerung mich packt, dann ist mein ganzes Leben in Frage gestellt.“ Jemand anders stand am Grab der Eltern, des Ehepartners und begann zu weinen, weil ihm plötzlich bewusst geworden war, wie viel Liebe und Zuwendung er dem Verstorbenen nicht gegeben hatte. Man kann Liebe nicht mehr nachwerfen ins Grab wie einen Blumenstrauß, denn es ist keiner mehr da, der sie haben will.
Wenn also alles zu spät ist, an wen kann ich mich noch wenden? Oder muss ich lebenslang bezahlen? Der Wochenspruch für die kommende Woche ruft uns ein Wort von Jesus Christus in Erinnerung: „Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." (Matthäus 11,28) Wenn alles zu spät ist, gibt es also noch diese Adresse, an die ich mich wenden kann. Gut zu wissen: Für Christus gibt es keine hoffnungslosen Fälle, und sein Angebot ist echt.
Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ihr Andreas Haerter
(Superintendent)


