Nicht vollkommen, sondern glaubwürdig.
Das Bild der Jünger im Evangelium des morgigen Sonntags (Mt. 28, 16-20 (Text: s.u.)) ähnelt unserer Kirche. Kein Glanz. Keine Visionen. Kein Aufbruch. Es ist wahrhaftig keine Jesus-Elite, die uns da vorgestellt wird und den Beginn der Kirche Jesu Christi widerspiegelt. In schmerzhaftem Licht erscheinen hier die Gründer-Väter. Keine Heiligen. Keine geistlichen Heroen. Sondern Menschen wie Du und Ich mit ihren Ängsten und Sorgen, mit ihren Leiden und Leidenschaften.
Warum berichtet uns Matthäus das? Warum wehrt er sich nicht dagegen?
Er macht damit deutlich, dass Kirche nicht vollkommen, sondern glaubwürdig sein muss.
Und nicht bestes Marketing macht Kirche glaubwürdig, sondern ihre Echtheit und Begreifbarkeit vor Ort. Selbst wenn sie Schwachheit und Versagen widerspiegelt. Nicht perfekte Organisation, sondern ein lebendiger Organismus will Kirche sein – selbst wenn der Organismus krankt und Hilfe benötigt.
Wir erkennen daran: Nicht Menschen bauen Kirche, sondern der Auferstandene selbst.
Und der grenzt seine fußlahmen Nachfolger nicht aus. Er lädt ein. Er macht nicht madig, sondern ermutigt. Er gibt nicht auf, sondern ruft uns immer wieder neu in seinen Dienst.
Mit zweifelnden Menschen beginnt der Auferstandene seine Kirche zu bauen. Sie stehen am Anfang und immer wieder mitten drin. Sie scheinen schwach und werden doch stark, denn sie verlassen sich auf die Zusage des Auferstandenen:
„Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“ (Mt. 28, 20)
Hans-M. Kischkewitz,
Pfarrer
Matthäus 28,16-20
Der Missionsbefehl
16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.


