Wort zum Heiligen Abend und Christfest 2009

Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie diese Zeilen lesen, dann sind Sie vermutlich an Weihnachten angekommen. Keine Einkäufe mehr; am Christbaum sind alle natürlichen Unvollkommenheiten verdeckt, weil er seinen schönsten Schmuck angelegt hat. Der weihnachtliche Speisezettel wie auch alle logistischen Schwierigkeiten, wer wann kommt, und wo Sie welche Stunden verbringen werden, sind geordnet. Entschieden haben Sie unterdessen auch, welche Christvesper in welcher Kirche der Umgebung für Sie am besten zu den familiären Abläufen am Heiligen Abend passt.
Und nun gönnen Sie sich jenen Moment des Innehaltens, der uns wenigstens jetzt abkoppelt von all den unverzichtbaren Äußerlichkeiten der Festvorbereitung, bei denen unsere Seele gar nicht mehr Schritt halten kann. Und wir wollen es doch endlich einmal wieder schaffen, dass dieses Weihnachten uns selig macht, nicht als seelenloses Event an uns vorüber rauscht! Also brauche ich diese kostbaren Augenblicke, während derer mich die Freudenbotschaft der Engel erreichen, berühren und anrühren kann:
 
„Fürchtet euch nicht!
Hört! Ich verkündige euch große Freude, euch und dem ganzen Volk:
Euch ist heute der Retter geboren!
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden euch Menschen, den Gottgeliebten!“
 
– Ja, da hatte ich doch gedacht, dass alles Gelingen von Weihnachten von mir abhängt: ich muss Alles geben und sei es um den Preis der Erschöpfung, dann wird`s was. Und wenn es nicht dieses Superfest wird – dann bin doch wohl allein ich schuld?
NEIN, so sollten wir mit unserem Weihnachten 2009 nicht enden! Nicht wir machen Weihnachten, sondern Gott selbst schenkt sich im Kind von Bethlehem uns Menschen, indem er uns mit menschlichem Antlitz gegenüber tritt. Was unseren Part in Bezug auf das Gelingen betrifft – dabei geht es nur um die Verpackung des einzigartigen und doch so unspektakulären Geschenkes! Da bewegt mich auch zum diesjährigen Christfest der Gedanke: „Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.“
 
Liebe Lesergemeinde, ob es uns gelingt, aus solchem Moment der Besinnung heraus uns das Christgeburtsfest zurückzuholen, von dessen heiligem Schein wir durchaus noch eine Ahnung haben? Und dabei geht es um nichts Spektakuläres – vielmehr sind es wiederentdeckte Großartigkeiten: als ganze Familie zur Christvesper – und wenn es nur dieses eine Mal im Jahr ist! Die einzelnen Stationen, Höhepunkte und Mahlzeiten der Weihnachtstage feiern, indem wir sie singend – so schöne Stimmen nicht nur auf der CD – begleiten. Zur Bescherung am Christbaum einander die Geschichte der Christgeburt in Bethlehem (Lukas 2, 1-20) lesen oder erzählen, damit bei aller Flut der Geschenke-Freude der tiefe Sinn des Festes aller Feste nicht verloren geht. Wenn Sie sich gerade jetzt wieder der „Weihnachten längst vergangener Zeiten“ erinnern, dann kommen Ihnen gewiss noch viele Ideen, um sie zurückzuholen in unser gejagtes Leben und es festzuhalten.
 
Im Übrigen: mit dem 28.Dezember sind zwar die Feiertage vorbei, aber Weihnachten für uns hat damit doch erst begonnen!
 
Ein gesegnetes Christfest wünscht Ihnen
Ihr Pastor Rainer Schild
 
Nehmen Sie so viel von der Weihnachtsfreude als möglich mit hinein in ein segensvolles neues Jahr 2010!