Vom Geist Gottes getrieben

Liebe Leserinnen und Leser,
auch diese Wochenendausgabe unserer Regionalzeitung ist voll von Meldungen, die uns erschrecken, beunruhigen, zumindest bewegen. Viel zu selten entdecken wir auf all den Seiten etwas, was aufrichtige Freude, ansteckende Begeisterung, zuversichtliche Lebendigkeit und tiefe Dankbarkeit in uns weckt – so sehr wir auch suchen.
 
Gibt es diese Impulse zum Leben nicht mehr? Oder haben sie aufgrund ihrer Unscheinbarkeit keine Bedeutung mehr? Schließlich müssen in einer medialen Welt Schlagzeilen mit viel Getöse oder gewaltigem Glanz daherkommen, um wahrgenommen zu werden. Gehe ich davon aus, dass es allen Machern von Radio, Fernsehen, Zeitung, Web-Diensten usw. im Kern nur um eines geht: Das Leben abzubilden wie es ist, - dann zeigt uns der Medienspiegel ein beunruhigendes Bild von uns selbst, von unserem Denken und Handeln.
Aber sind das wirklich WIR? Oder liegt es am Medienspiegel, der so – mit schillernden Effekten verzeichnend, verzerrend, filternd – funktionieren muss, damit die Welt überhaupt hinschaut?
 
Liebe Lesergemeinde, Sie merken – bereits am Anfang eines neuen Jahres drehen wir uns schon wieder im Kreis. Sehr wohl bietet uns der kalendarische Wechsel vom Alten zum Neuen eine Chance, die gewohnte Kreisbahn zu verlassen, den Ring aufzusprengen. Irgendwie hat jeder zum Jahreswechsel ein paar gute Vorsätze gedacht; mancher hat sie, als illusorisch betrachtet, sogleich wieder zu den anderen abgelegten Vorsätzen gepackt – schade eigentlich, denn sie sind doch Ausdruck der Gewissheit, dass wir auch an und mit unserem Leben etwas Entscheidendes bewirken können: Veränderung!
Die Bibel erinnert uns an verschiedenen Stellen daran, dass uns der Schöpfer nicht mit dem Geist der Verzagtheit, einem verschreckten Herzen ausgestattet hat, als glimmenden Docht und gekicktes Rohr ins Leben schickt, sondern uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat. Und da knüpft der Spruch für die neue Woche an: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Römer 8,14) Letztlich geht es auch nicht darum, dass wir mit unserer Weise das Leben gestalten, die Welt verändern, Tage oder Jahre mit Neuem erfüllen und in Zeitung, Fernsehen oder Web-Site vorgeführt werden.
Viel bedeutsamer ist es doch, wie Lebenspartner, Kinder und Kindeskinder, Freunde und Bekannte von meinem Leben erzählen – auch dann wenn ich schon längst nicht mehr bin – und sie vielleicht sagen: das ist jemand, wie Gott ihn haben wollte – der hat seinen guten Geist erlebbar gemacht.
 
Einen guten Neustart am Anfang des Jahres und der neuen Woche
Wünscht Ihnen Ihr Pastor
Rainer Schild