Gib nicht auf!

Sie klingen immer noch in mir, diese drei Worte, gesungen von Kindern bei einer Theateraufführung am letzten Sonntag - "Gib nicht auf!"
Wir waren in den Ferien zusammen bei einer Freizeit für Kinder, haben ein Theaterstück und Lieder eingeübt. Mitten im Stück, als die Menschen in einer hoffnungslosen Situation waren, gefangen in einer dunklen Höhle, hieß es dann in diesem Lied: „Wenn nichts mehr geht und du weißt nicht mehr weiter, dann denkst du leicht: Es hat alles keinen Sinn. Gib ja nicht auf, Gott hält zu dir, er hört auf dein Gebet und hilft dir wieder auf.“
 
Schnell haben wir gemerkt, dass das nicht nur ein paar nette Trostsätze sind. Nein, das trifft unseren Alltag. Wie schnell sind wir scheinbar in so einer dunklen Höhle gefangen. Da gibt es immer noch keine Arbeit. Eine schlimme Diagnose ist ausgesprochen. Eine wichtige Beziehung ist zerbrochen. Ein lieber Mensch ist gegangen. Ich habe den Eindruck: Nichts geht mehr. Die Fragen bohren: Warum? Wo soll der Sinn darin liegen?
 
Und Gott? Ein Kind hat es in diesen Tagen so ausgedrückt: „Dieses Lied hat mich in einer schwierigen Situation ermutigt. Es war für mich wie eine Stimme vom Himmel.“ Können wir das denken, dass Gott selbst uns dieses „Gib nicht auf!“ zuruft? Wenn ich ganz alleine bin und nicht mehr weiter weiß, dann ist er da. Wenn mich Menschen im Stich lassen oder gegen mich sind, dann hält er zu mir. Wenn ich falle, dann will er mir wieder aufhelfen.
Vielleicht sagt mancher: Gott, wenn’s den wirklich gibt, der ist doch so weit weg von meinen Problemen und meiner Ausweglosigkeit. Der hat doch keine Ahnung, wie das Leben wirklich ist. Aber Gott weiß Bescheid. Er ist doch Mensch geworden und hat in seinem Sohn Jesus auf der Erde gelebt. Er hat gelacht, geweint und gelitten. Darum kann er es uns zurufen: „Gib nicht auf, ich steh zu dir. Wenn du keinen Weg mehr weißt, ich habe einen Weg und vor allen Dingen ein Ziel für dich. Ich habe Leben. Gib nicht auf!“
 
Ich wünsche ihnen, dass sie auch auf schwierigen Wegstrecken immer wieder diese Ermutigung erfahren.
 
Andreas Eibich