Trost

Liebe Leserin, lieber Leser,
können Sie sich einen Sportler ohne Ziel vorstellen? Was motiviert ihn? Wodurch werden Ziele geboren?
Sie haben etwas Neues gesehen, gehört oder erlebt. Alte Gedanken vermischen sich mit Neuem. Das kann angenehm sein, aber auch schwer. Jemand spricht mit Ihnen. Sie sind fasziniert, wollen mehr hören und kommen auf neue Ideen.
 
Ich erinnere mich an eine Begegnung mit einem Manager aus Hamburg. Wir kamen ins Gespräch. Ich kannte diesen Mann nicht. Wir wechselten ein paar Worte und plötzlich fing er an, von sich zu erzählen. Es war sehr persönlich. Da war so viel unvermutete Not. Jedes Wort klebte am anderen. Ich hatte den Eindruck einer lange verschlossenen Tür. Dann schwieg der Mann. Er hätte mein Vater sein können. Er sah mich an - ungetröstet. Ich habe ihn in meine Arme genommen. Er weinte wie ein Junge, der schon lange nicht mehr geweint hatte. Nach einer Weile sagte er: „Du bist der erste Mensch, der mich getröstet hat.“ Für mich und für ihn war es eine neue Erfahrung.
 
Nicht alle unsere Ziele werden aus strukturierten Gedanken geboren. Kennen Sie den Seher Johannes? Dieser Mann war ergriffen, als er von Jesus hörte. Sein Leben bekam eine andere Richtung, ein neues Ziel. Er konnte nicht mehr wie früher sein. In und um Ephesus lernte er Menschen kennen, die wie er von Jesu Botschaft, dass Gott seine Menschen liebt, ergriffen waren. Wenn sich Kaiser Nero wieder feiern und anbeten ließ, dann konnte er da nicht mitmachen. Deshalb wurde er auf eine Insel verbannt. Er sollte nicht mehr mit anderen reden, Gedanken über Jesus austauschen. Auf dieser Insel hatte er eine Vision. Es war, als wäre er in eine andere Welt getaucht. In dieser Vision sah er Jesus, wie er ihn nicht kannte. Was er sah schrieb er auf (Offenbarung 1, 9-18).
Was mich beim Lesen seiner Worte berührt, ist nur ein Satz: „ ... und er (Jesus) legte seine rechte Hand auf mich (Johannes) und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ Ich höre diesen Satz so: Hab keine Angst! Ich bin bei dir! Dein Weg ist nicht vergeblich. Dein Vertrauen geht nicht ins Leere.
 
Sollten Sie heute Trost brauchen, dann wünsche ich Ihnen diesen Trost, eine gute Begegnung.
 
Ihr Pastor U. Wollenberg