Das Chorfenster vor dem 2. Weltkrieg
Soweit bekannt, war das Fenster in drei große Motive geteilt:
Im unteren Teil waren, jeweils mit zentralen Textunterschriften versehen, die Propheten Jesaja, Micha und Sacharja dargestellt. Vermutlich deshalb, weil allen Dreien gemeinsam ist, dass sie am Ende Heil verkünden: Die Botschaft Jesajas, in der Unheilsansagen vorherrschen, laufen auf die Heilsverheißung zu (Jes. 40ff); das Michabuch endet nach einer Sammlung von Drohworten mit drei Verheißungsworten; und auch Sacharja redet von Gottes Zuwendung, von Heimkehr aus der Diaspora und von der Teilnahme am Heil.
In die gleiche Reihe wurde als vierte Gestalt König David gestellt und erhielt dadurch prophetischen Rang. Seit dem Mittelalter wurde er meist als Vorfahr Christi hervorgehoben.
Das mittlere Bild zeigte die Verkündigung der Maria durch den Heiligen Geist, der, in Form einer Taube über sie kommend, dargestellt war. Neben ihr stand der Erzengel Gabriel mit dem unterlegten Text aus Lk.1,38: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast!“ (vgl. Lk.1,26-38)
Den oberen Bereich füllte die Kreuzigung Jesu aus. Zu seiner rechten Seite war Maria, die Mutter Jesu, und zu seiner linken Seite Johannes abgebildet.


